Erste Nähprojekte für Kinder

Nähen mit Kindern macht Spaß. Vor allem, wenn Kinder zum ersten Mal Interesse am Nähen zeigen. Jede Mama und jeden Papa, die selber nähen, macht das unheimlich stolz, wenn sich der Nachwuchs an diesem Hobby interessiert. Aber wie startet man am besten, wenn das Kind erstes Interesse zeigt? Dieser Blogpost soll sich darum drehen, wie man ins Nähen mit Kindern einsteigt. Ihr braucht zunächst erstmal folgendes:

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1. Nähmaschine

Damit die Kinder Lust am Nähen bekommen, wäre eine eigene Nähmaschine empfehlenswert, damit sie selber ausprobieren können. Ohne Nähmaschine bleibt nur das Nähen von Hand und das macht auf Dauer auch keinen Spaß. Kauft aber keine speziellen Kinder-Nähmaschinen, denn damit macht das Nähen keinen Spaß. Investiert lieber in eine gebrauchte Einsteigermaschine einer guten Marke, beispielsweise in die Brother Innovis 10. Besorgt auch gleich eine Packung mit passenden Unterfadenspulen, damit ihr immer passend zum Obergarn Garn aufspulen könnt.


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2. Schere

Eine Stoffschere für kleine Kinderhände. Mit einer riesen Schere können kleine Hände nicht gut werkeln. Genauso wenig wie mit einer stumpfen Schere. Eine extra Papierschere ist genauso wichtig. Achtet darauf, dass sich die Kinder beim Zuschneiden Zeit lassen und genau arbeiten. Denn das ist entscheidend für das Projekt.

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3. Stoffklammern statt Nadeln

Kinderhände sind mit Nadeln noch nicht so geschickt. Daher sind Stoffklammern bei Kindern empfehlenswert. Ihr solltet also mindestens 10 bis 30 Stück parat haben. Damit man Applikationen oder kleine Stoffstücke gut fixieren kann, eignet sich Stylefix. Das ist schmales doppelseitiges Klebeband. Man sollte nur nicht unbedingt direkt darauf nähen, weil die Nadel sonst verklebt.

4. Nähgarn

Ganz wichtig ist qualitativ hochwertiges Nähgarn. Das Nähfachgeschäft eures Vertrauens wird euch garantiert richtig beraten. Die Garn-Sets aus dem Discounter sind für Nähmaschinen nicht geeignet, da sie eine andere Spannung haben. Es kommt zu Fehlstichen, reißendes Garn oder im schlimmsten Fall geht die Stichplatte kaputt.

5. Nadeln

Auch hier ist es ratsam auf Markenqualität zu achten, um Fehlstiche zu vermeiden. Nadeln brechen immer wieder mal. Also sollte man immer Ersatznadeln zu Hause haben. Universalnadeln in verschiedenen Stärken und evtl. auch Jerseynadeln. Auch Handnähnadeln braucht ihr zu Hause.


6. Vokabular

Legt euren Kindern ein kleines Heft bereit, in das sie bestimmte Vokabeln reinschreiben können und Zeichnungen ihrer Nähprojekte malen können. Solche Begriffe wie “verriegeln” oder “Fadenspannung” braucht man immer mal wieder und dann ist es gut, wenn Kinder nachgucken können. Sie wollen schließlich nicht immer Mama oder Papa fragen. Auch kann man reinschreiben, wann man einen Geradestich und wann einen Zick Zack Stich oder andere Stiche nutzt. Auch Wörter wie Nahtzugabe oder absteppen können darin erklärt werden.

Wer sich das lieber in einem Buch durchliest, der kann das natürlich auch tun. Darin kann man lesen, markieren und sieht gleichzeitig Bilder, anhand derer man vergleichen kann.

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7. Material

Zu Beginn empfehlen sich Projekte aus nicht dehnbaren Stoffen. Man nennt sie auch Baumwolle oder Webware. Die sind für Näheinsteiger absolut einfach zu vernähen, weil da nichts stark verrutschen kann. Wer keinen Stoff kaufen mag, der kann auch alte Tischdecken, Baumwollbettwäsche oder Opas altes Karo-Hemd erstmal als Versuch nutzen. Praktisch ist es, wenn sich die Stoffe untereinander farblich kombinieren lassen. Natürlich brauchen die Kinder dafür auch farblich passendes Garn.

Wer schon geübter ist, die Nähmaschine gut beherrscht und auch Rundungen prima nähen kann, der kann sich auch an dehnbaren Stoffen, wie Jersey oder Sweat versuchen. Aber hier muss exakter zugeschnitten werden und dabei ist mehr Sorgfalt gefordert.

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8. Projekte

Kinder sollten mit einfachen Nähprojekten starten, die ihnen Spaß machen. Turnbeutel beispielsweise oder einfache Handtaschen. Auch ein Stiftemäppchen bzw Stifterolle geht schon ganz gut. Mehr Ideen folgen weiter unten in diesem Artikel.

Ein einfaches Projekt für Kinder ist auf jeden Fall das Maske nähen. 

9. Geduld

Manche Projekte werden nicht an einem Tag fertig. Manche Projekte sind so umfangreich, dass man die einzelnen Arbeitsschritte auf mehrere Tage aufteilt, um die Lust und die Freude nicht zu zerstören. Wenn man nämlich zu lange dran sitzt, lässt die Konzentration nach und dann geht garantiert was schief. So zwei ein halb bis drei Stunden sollten ausreichen, dann können die Kinder auch wieder was anderes machen.

10. Genauigkeit

Auch Kinder haben die Fähigkeit, schon sehr genau zu arbeiten. Daher sollten begleitende nähende Eltern Kinder anhalten, solche Dinge wie Nahtzugabe oder ähnliches auch genau einzuhalten. Damit Kindern das besser gelingt, kann man ihnen Hilfestellungen geben. Als Abstandshalterung bei der Nähmaschine eignet sich Washi-Tape, das die Nahtzugabe bemisst. Auch für das Anzeichnen der Nahtzugabe auf dem Stoff gibt es Helfer.

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Nähen lernen: Erste Versuche auf Papier

Damit Kinder ein Gefühl fürs Nähen bekommen, bietet es sich an, zunächst auf Papier zu üben. Dafür eine Universalnadel – gern auch mal mit den Stärke variieren – nutzen und erste Versuche machen. Diese Übungen sollten Kinder zunächst auf Papier machen, um besser sehen zu können, was sie nähen:

  • Vorwärts und rückwärts nähen (=verriegeln)
  • Ecken nähen = Nadel im Stoff stecken lassen, Nähfüßchen hoch und drehen
  • Rundungen nähen
  • Mit den Stichprogrammen spielen

Und dann können die Kinder auch schon mit den ersten Projekten loslegen. Hier noch ein paar Ideen:

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Nähen mit Kindern: „Nähmalen“ ausprobieren

Ganz wichtig ist, Kinder von Anfang an für das was sie machen zu begeistern. Mit den ersten Versuchen an der Nähmaschine kann man zum Beispiel tolle Übungsbilder nähen. Die Kids malen sich zum Beispiel ein Haus mit Bleistift auf den Stoff, unter den Stoff wird Stickvlies gelegt, damit der Stoff sich unter der Nähmaschine leichter führen lässt. Dann werden die Konturen nachgenäht. Am besten mit verschiedenen Sticharten. Die Wände mit einem Geradestich, das Dach und die Tür mit einem Zickzack-Stich. Die Fenster können aus anders farbigem Stoff aufgenäht werden. Auch Blumen, Tiere, Autos oder Figuren können so aufgenäht werden. Die Ränder des Bildes können dann noch mit Schrägband versäubert oder umgenäht werden.

Einfaches Projekt für Kinder: Tasche nähen

Kindernähprojekt Tasche nähen

Das erste richtige Projekt. Die Tasche wird in drei übersichtlichen Schritten genäht. Die Größe kann frei gewählt werden. Wichtig ist, dass beide Teile gleich groß sind.

  1. Obere Kante zweimal umklappen und knappkantig mit einem Geradestich absteppen.
  2. Henkel annähen: Je Henkel 2 Streifen mit einem Zick-Zack Stich nähen. Stichbreite 5, Stichlänge 1,2.
  3. Die Tascheteile rechts auf rechts legen und die offenen Ränder schließen. Zuerst mit einem Geradestich – 1 cm von der Kante entfernt, also mit 1cm Nahtzugabe. Danach die Kanten noch mit einem Zickzack-Stich Stichbreite 5, Stichlänge 2,5 umrunden nähen. Dabei ganz nah an der Kante nähen.

Perfekt für so ein Projekt ist das Schnittmuster der Kindertasche WARNA.

Auch für Kinder geeignet: Stifterolle nähen

Die Stifterolle wird aus 2 Teilen genäht – ein Außenteil und ein Innenteil. Maße je nachdem wie viele Stifte hinein sollen. Bei 10 Stiften 24 x 20cm. Pro Stift mehr muss man 2 cm dazu rechnen.

Die Stifterolle wir in 4 Schritten genäht:

  1. Die beiden Stoffe rechts auf rechts mit einem Geradstich, Stichlänge 2,5 bis 3 rundherum zusammen nähen.  Nahtzugabe 1cm einhalten. An den Ecken die Nadel der Nähmaschine im Stoff stecken lassen, Nähfuß heben und Stoff drehen. Dabei eine Wendeöffnung an der kurzen Seite lassen.
  2. Die Ecken schräg zurückschneiden und durch die Wendeöffnung wenden. Ecken mit einem Stift oder einem anderen nicht zu spitzen Gegenstand ausformen, dann glatt bügeln.
  3. Das Unterteil 7,5cm nach oben umklappen. Bügeln, fest stecken und knappkantig von der kurzen Kante beginnend drei Seiten absteppen. Die umgebügelte Kante nicht absteppen.
  4. Nun die Stiftefächer alle 2 cm mit einem Kreidestift aufzeichnen oder mit Washitape kennzeichnen. Von der umgebügekten Kante beginnend mit einem Geradestich die Fächer nähen. Oben und unten gut verriegeln – vorwärts und rückwärts nähen.
  5. Auf der rechten Seite die Kordel mit einer Schlaufe auf der bereits genähten Naht befestigen.

Brauchen Kinder unbedingt eine eigene Nähmaschine?

Sicherlich kann sich das nicht jeder leisten, dem Kind eine eigene Nähmaschine zu spendieren. Aber im Internet finden sich häufig gute gebrauchte Nähmaschinen, die für Kinder geeignet sind. Eine eigene Nähmaschine ist aber auf jeden Fall ratsam, denn die Kinder sollen die Möglichkeit haben, in Ruhe zu üben  – mindestens 15 Minuten oder länger, kleine Projekte nähen und den Umgang mit der Nähmaschine erlernen. Dazu gehören auch einfädeln, den Stoff richtig in die Maschine legen und verschiedene Stiche ausprobieren.

Was macht nähen für Kinder so interessant?

Nähen fördert die Kreativität, dreidimensionales Denken, Vorstellungskraft, Geduld, Geschick, Fingerfertigkeiten, Konzentration und das Durchhaltevermögen. Nicht aufzugeben, auch wenn es so aussieht, als ob keine Lösung in Sicht ist. Nähen fördert das Selbstbewusstsein und hilft sich und seinen Stil zu finden. Auf sich selbst stolz sein zu können, etwas geschafft zu haben. Etwas selber gemacht zu haben.

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