Autopanne mit Kleinkind – wichtige Tipps

Von |2018-03-10T06:57:52+00:0013. Februar 2018|Familie|7 Kommentare

Autopanne! Was ist, wenn man mit einem Kleinkind oder Baby unterwegs ist? Rennt man dann mit Kind auf dem Arm und dem Warndreieck auf der Autobahn herum? Sicher nicht. Als ich die Tage eine Panne hatte, musste ich mir ganz schnell eine Strategie überlegen und habe mir im Anschluss noch professionellen Rat eingeholt. Diese wichtigen Tipps möchte ich euch unbedingt weitergeben. So eine vertrakte Geschichte kann schließlich jedem Mal passieren!

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Was war passiert?

Ich startete mit Alex zu einem Besuch bei meinen Eltern. Schon in unserer Straße teilte mir mein freundliches Auto mit, dass demnächst eine Wartung gemacht werden sollte. Vielen Dank Auto, wird notiert. (Hier hat das Auto schon gemerkt das was faul ist, ich aber nicht.) Ich fuhr also meinen Weg und just auf der Auffahrt zur Autobahn blinkte das Armaturenbrett wie ein Weihnachtsbaum an Heilig Abend. Statt „Stille Nacht“ war jetzt aber eher Panik angesagt, denn während mein Hirn noch die Meldung „Motorleistung reduziert“ verarbeitete, trat mein rechter Fuß ins Leere und das Auto wurde langsamer.

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Mein einziger Gedanke war in der Situation: Ich muss vom Beschleunigungsstreifen runter! So krochen wir mit letzten Umdrehungen ans Ende des Streifens, ganz nach rechts, und dann nix wie raus aus dem Auto und hinter die Leitplanke. Ich schnappte Alex aus seinem Sitz während die LKWs an uns vorbei donnerten. Natürlich war sein Sitz auf der Straßenseite, bei zwei Kindern hat halt automatisch eins die Arschkarte. Die Jacke noch rausreißen (schließlich darf man so Kleine nicht mit dicker Winterjacke angurten) und dann zur Leitplanke. Jo. Kennt ihr die Leitplanken, bei denen noch so eine grandiose Erhöhung dran ist? Ich habe erst Mal mein Tasche rüber in den Dreck geworfen – wir erinnern uns, es ist ein verregneter Januar – und kletterte dann mit Alex fest im Arm irgendwie drüber. Elegant sah das sicher nicht aus.

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Was nun? Warndreieck? Liegt im Kofferraum. Wieso eigentlich da?!?! Mit sich windendem Kind kann ich weder das Dreieck aus dem Auto holen, noch damit auf der Autobahn herumrennen um es aufzustellen. Warnweste: liegt beim Dreieck. Alter!!! Also erst Mal Hilfe holen und so weit ins Gebüsch wie möglich ohne die Böschung runter zu fallen. Alex fand es spannend die Autos zu beobachten, dass er nicht rumrennen konnte fand er richtig doof.
Erstes Telefonat: jemand muss Alex hier weg holen. Zum Glück waren wir nicht weit gekommen und die Schwägerin hat auch einen Kindersitz im Auto und machte sich sofort auf den Weg.
Zweites Telefonat: Pannendienst, ich brauche einen Engel! Ich gebe zu, ich war wohl leicht hysterisch am Telefon weil ich wegen Alex und der nicht gesicherten Stelle eine riesen Portion Schiss hatte. Meine Panne wurde als „lebensbedrohlich“ eingestuft und der Retter sollte bald eintreffen.

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Meine Schwägerin kam, kramte ihre Weste und das Dreieck raus und sicherte erst Mal, bevor sie den wenig begeisterten Alex einpackte und schleunigst diese blöde Stelle verließ. Ihr glaubt gar nicht, was mir da für ein Stein vom Herzen fiel. Es fiel dann noch mehr, nämlich Regen. Muäh! Zum Glück kam der nette Herr mit dem gelben Auto recht bald und im Schneckentempo ging es auf dem Standstreifen zur nächsten Parkbucht, da die Ausfahrt weiter entfernt war. Hier in Sicherheit wurde dann ein Marderbiss festgestellt, das Kabel fix repariert und alles war wieder gut! Und wann merkt man, dass man wirklich eine Bloggerin ist? Wenn man den Kerl erst Mal ausquetscht, ob er Tipps hat, wie man sich in so einer Situation mit Kind am besten verhält. Bereitwillig gab er mir ein Interview und war sich auch für ein Selfie nicht zu schade. Vielen vielen Dank nochmal für die schnelle Hilfe!!!

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Vor jeder Autofahrt

Vor jeder Autofahrt, vor allem wenn man Kinder mit dabei hat, sehe ich zu, dass mein Handy geladen ist. Schließlich kann immer mal was sein. (Weil ich das nicht immer hin bekomme, haben wir in jedem Auto ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder! Super praktisch. ) Doch außerdem sollte man noch so einige kleine Dinge beherzigen, kleine Handgriffe die einem zur Gewohnheit werden sollten, damit man im Fall der Fälle nicht dumm da steht.

Vorbereitung ist alles!

  • Handy mit vollem Akku mitnehmen. (Ladekabel für Zigarettenanzünder!)
  • Warnweste und Warndreieck in die Seitentaschen der Türen vorne verstauen! So kommt man wenigstens ran. Bei der Gelegenheit gleich auch Mal den Verbandskasten prüfen!
  • ‎Jacke des Kindes griffbereit legen und nicht in den Kofferraum. Besonders im Winter!
  • Mitgliedskarte des Pannendienstes z.B. ADAC dabei haben.
  • Wissen wo der Fahrzeugschein (das kleine Ding!) ist, kann nicht schaden.

 

Wenn man eine Panne hat

Schnell passiert es, man hat eine Panne. Egal ob man aus Stilldemenz vergaß zu tanken, man einen Platten hat oder der Motor überhitzt, Jetzt ist richtiges Handeln angesagt! Und das sieht mit (kleinem) Kind an Bord ein bisschen anders aus!

Pannenalarm!

  • So sicher wie möglich stehen bleiben. Geht das nicht, unter Umständen die Polizei anrufen damit die alles sichert.
  • Raus aus dem Auto und zwar sofort!!!! Egal ob es regnet, schneit oder 35 Grad pralle Sonne. Es ist lebensgefährlich im Auto sitzen zu bleiben! Es passiert so oft, dass einfach noch jemand rein kracht und bei den Geschwindigkeiten in einem stehenden Fahrzeug haben du und dein Kind keine Chance.
  • Nicht mit dem Kind auf der Autobahn herumturnen und das Warndreieck aufstellen sondern hinter die Leitplanke klettern und so weit wie es geht weg von der Straße.
  • Pannendienst (z.B. ADAC) anrufen.
  • Wenn es möglich ist, das Kind abholen lassen damit es aus dieser gefährlichen Situation raus kommt.

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Anruf beim Pannendienst

Wenn man den Pannendienst anruft, sollte man ein paar Angaben machen. Damit man überhaupt gefunden wird, und damit die Situation vom Mitarbeiter am Telefon richtig eingestuft wird. Eine Mama mit kleinem Kind darf da gern mal etwas hysterischer rüber kommen, damit schneller geholfen wird!

Pannendienst rufen!

  • Wo befinde ich mich? (z.B. nach Auffahrt xy in Richtung A)
  • Ist es eine besonders gefährliche Stelle? (z.B. das Auto ist unbeleuchtet, hinter einer Kuppe oder Kurve, auf einem Beschleunigungsstreifen, es herrscht schlechte Sicht,…)
  • Wer ist dabei? Wenn ein kleines Kind dabei ist, wird es höher priorisiert, vor allem wenn Mutti leicht hysterisch ist, die Stelle sau blöd und man sie nicht sichern kann.
  • Was ist eigentlich passiert? (Motor aus, Benzin leer, Scheibe gerissen,…)
  • Um was für ein Auto handelt es sich? (1. Damit der Engel es auch findet und 2. Damit schon klar ist ob es so abgeschleppt werden könnte oder größere Maschinerie gebraucht wird)
  • Gegebenenfalls die Mitgliedsnummer (ADAC) durchgeben.

Polizei zum Sichern rufen?

Die Polizei kann oder sollte beim Zusammentreffen mehrerer der folgenden Faktoren zum Sichern gerufen werden (Liste nicht umfassend! Benutze dein Hirn, es kann auch andere Situationen geben, bei denen Hilfe vonnöten ist).

Polizei zum sichern?

  • wenn ich nicht selbst sichern kann, z.B. wegen Kind
  • wenn die Sicht sehr schlecht ist
  • ‎wenn ich hinter einer Kuppe oder Kurve liegen geblieben bin
  • ‎wenn das Fahrzeug unbeleuchtet ist
  • wenn ich auf dem Beschleunigungsstreifen stehe

In meinem Fall hätte es laut meinem Engel Sinn gemacht, die Polizei anzurufen. An diese Möglichkeit habe ich aber in dem Moment überhaupt nicht gedacht. Ich hoffe natürlich ihr bleibt von Autopannen oder gar Unfällen alle verschont! Aber es ist auf jeden Fall gut zu wissen, wie man sich Verhalten soll.

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Mama Katja

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Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Obwohl ich diplomierte Mathematikerin bin, liebe ich es zu schreiben und zu nähen. Das ist mein kreativer Ausgleich zum turbulenten Leben mit den kleinen Chaoten!

7 Comments

  1. Marei 13. Februar 2018 um 22:07 Uhr - Antworten

    Gut, dass alles gut ausgegangen ist!

    Aber – meinst du bei „Vorbereitung“ den Fahrzeugbrief oder vielleicht den Fahrzeugschein? Denn der Brief sollte am besten zuhause liegen (wo alle Briefe hingehören) und der Fahrzeugschein (wie die Geldscheine im Portmonnaie) sollte sowieso am besten dabei sein.

    Viele Grüße aus dem Norden!

  2. Tanja - MiniMidiMami 15. Februar 2018 um 9:52 Uhr - Antworten

    Ach du Schreck – da würde mir ja auch das Herz in die Hose rutschen..
    Danke für die Tipps und den lebhaften Beitrag,
    alles Liebe, Tanja

  3. Ines Behrens 16. Februar 2018 um 19:45 Uhr - Antworten

    Ich hätte auch nicht daran gedacht, dass die Polizei absichern helfen kann.
    Ich hatte mal eine Panne mit 14 Monaten altem Sohn im Tunnel auf der Autobahn. Dort gab es keinen standstreifen geschweige denn eine Leitplanke.
    Der ADAC sagte mir auch aussteigen. Das tat ich auch kurz, aber in dem Fall erschien mir das Auto doch sicherer.
    Es war wirklich gruselig, aber wir haben es zum Glück geschafft.
    In so einem Fall würde ich auch das nächste Mal die Polizei anrufen.
    Lg Ines

  4. Anja 16. Februar 2018 um 20:12 Uhr - Antworten

    Oh je, da bekommt man einen riesigen Schreck. Ich hatte das auch mal mit meiner 2 Jahre alten Tochter. 300 km von daheim weg und noch 100 km zu Eltern bzw. Schwiegermutter. Am liebsten wäre ich auf dem Standstreifen weitergerückter aber im Nitlaufprogramm war fahren nicht möglich, daher auch raus aus dem Auto.
    Danke für deine Tipps, das werde ich nun auch mal umsetzen, gerade Warnwesten… habe inzwischen auch eine fürs Kind gekauft ????

    • Katja Czajkowski 17. Februar 2018 um 12:09 Uhr - Antworten

      Ja, fürs Kind haben wir auch welche – auch im Kofferraum! Jetzt natürlich auch in den Seitentaschen der Tür vorne…

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