Minimini-Mütze

2018-08-08T21:47:12+00:00Nähen|

Ich wurde mal wieder zu einem Probenähen gebeten, bei dem ich allerdings mit sehr gemischten Gefühlen teilgenommen habe. Es hat Spaß gemacht, Teil eines tollen Teams zu sein und den Schnitt zu testen. Es handelt sich um keinen neuen Schnitt sondern um eine Größenerweiterung. Erweiterung nach unten. Verkleinerung also. Die Minimop Mütze von Aefflyns (hier als Freebook für KU 36-56 erhältlich) hatte ich ja damals schon probegenäht, mit großer Begeisterung. Eine Knotenmütze, bei der die Knoten etwas abgewinkelt sind, so dass die Knoten im Kinderwagen, Autositz oder wo auch immer nicht stören! Eine geniale Idee wie ich finde und dann ist das Ganze noch als Freebook zu haben.

Katja1Nun also eine Verkleinerung (hier als Freebook für KU 20-35 erhältlich). Warum? Nun, es ist anscheinend meist schwer für Frühchen passende Kleidung zu kaufen oder zu nähen. Es gibt nicht viel, und die Kaufware ist wohl auch ziemlich teuer. Damit die Kleinsten nun auch in süße Knotenmützen gepackt werden können, die nicht über die Augen rutschen, gibt es die Frühchen-Erweiterung! Eine ganz tolle Sache. So können die kleinen Mäuse schön behütet geknuddelt werden damit sie ganz schnell wachsen und stark werden!
Aber manchmal, wenn es hart auf hart kommt werden sogar noch kleinere Mützen und Kleidungsstücke benötigt. Ich habe gerade Gänsehaut beim Schreiben und weiß gar nicht, wie ich das jetzt in Text packen soll. Ein emotionales Thema. Eins, mit dem man selbst am liebsten keine Berührungspunkte haben möchte. Eins, bei dem man als Mama sofort an sein Kind denkt und einfach nur dankbar ist, wenn alles ok ist und nur das normale Kinderchaos zu bewältigen ist. Kleinere Bekleidung wird für Sternchen benötigt. Mehr kann ich dazu gar nicht schreiben.

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Die Mützchen wurden/werden von uns Probenähern an Evelyn geschickt, die sie an die Chemnitzer Frauenklinik mit anschließender Kinderintensivstation weiter leitet, oder in Eigenregie an nahegelegene Krankenhäuser verteilt. Ich finde die Aktion von Evelyn ganz toll und habe sie gern unterstützt. Beim Nähen hatte ich echt gemischte Gefühle. Ich habe mir dann vorgestellt dass es Puppenmützen sind, die ich da nähe. Alles andere hätte nur dazu geführt dass ich mir mit Tränen in den Augen in den Finger nähe oder so. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass meine Mützchen in einer Krankenhausschublade landen und NIE gebraucht werden. Ich hoffe sie sind völlig überflüssig.

Die Mützchen schicke ich bei meiner Linkparty für Werke nach kostenlosen Schnittmustern vorbei, genauso wie bei Kiddikram, Meitlisache und Crealopee.

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Mama Katja

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Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Obwohl ich diplomierte Mathematikerin bin, liebe ich es zu schreiben und zu nähen. Das ist mein kreativer Ausgleich zum turbulenten Leben mit den kleinen Chaoten!

12 Comments

  1. Katharina 6. Januar 2015 um 9:04 Uhr - Antworten

    Deine Mützchen sind sehr schöm geworden. Dass dieses Thema Unbehagen und Gänsehaut verursacht kann ich bestätigen. Schön, dass du trotzdem mitgenäht hast. Es hat sich gelohnt!

    Liebe Grüße, Katharina

  2. juliespunkt 6. Januar 2015 um 9:32 Uhr - Antworten

    Ich wünsche mir auch, dass sie in einer Schublade verstauben, aber kann mir auch vorstellen, dass sich die betroffenen Eltern sehr über so hübsche bunte Mützen freuen, vorallem wenn das Sternchen sonst gar nichts passendes bekommen kann..
    Lg Julia

  3. Schöne Dinge 6. Januar 2015 um 9:34 Uhr - Antworten

    Sehr schön geschrieben – ich hatte Gänsehaut beim Lesen…
    leider leider ist es aber so, dass es mehr Sternchen gibt als viele denken/ wissen…. und man es auch nicht unbedingt immer mitbekommt.
    Grüße Sonnenblume

  4. Lulu 6. Januar 2015 um 11:15 Uhr - Antworten

    Tolle Mützen zum guten Zweck…so traurig aber vielleicht schaffen es die bunten Farben ein wenig Freude zu bereiten…
    Liebe Grüße, Lee

  5. Silva 6. Januar 2015 um 11:49 Uhr - Antworten

    Als Mama eines Zwergenmannes auf Erden und eines Sternenkindes wäre ich damals froh gewesen, wenn es in meiner Klinik irgendetwas zum Anziehen gegeben hätte. Eine solch süße Mütze, die noch dazu mit Liebe genäht wurde, wäre wirklich ein kleiner Trost gewesen. Also möchte ich dir an dieser Stelle danken, dass du Evelyn unterstützt hast – du hilfst den Sternenkindern damit, ihre Würde zu behalten. Danke!
    Und wenn du beim Nähen weinst, zeigt das nur, dass du ein mitfühlender Mensch und eine Mami mit Herz bist. Wusstest du, dass ein Schreiner vor 100 Jahren noch beim Zimmern eines Sarges immer mindestens eine Träne vergossen hat? Das gehörte fast schon zur Berufsehre.
    Ich gebe zu, ich werde mir jetzt keine Träne verdrücken, wenn ich den ersten Geburtstag meines Sohnes vorbereite. In ein paar Tagen feiert er nämlich seinen großen Tag. Auf den Tag zwei Jahre zuvor haben wir vom Tod des großes Bruders erfahren, der dann einen Tag später geholt wurde. Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust…
    Liebe Grüße, Silva

  6. Ines 6. Januar 2015 um 12:14 Uhr - Antworten

    Die Mützen sind total süß und ich finde es ganz toll, dass Du diese Aktion unterstützt. Es ist so wichtig, Eltern in dieser Situation Beistand zu leisten – auch in Form von solchen Mützen. Ich kann Deine Gefühle beim Nähen sehr gut nachvollziehen. Mir geht es ganz ähnlich. Ich nähe für die Sternenkinder hier im Ort die „Innenausstattung“ der mini Särge. Falls sich jemand ähnlich engagieren möchte, hier ist der Link: http://leli-online.blogspot.de/2012/10/fur-die-winzig-kleinen.html
    LG,
    Ines
    (mit zwei Teenies im Haus und zwei Sternenkindern im Herzen)

  7. julibuntes 6. Januar 2015 um 14:48 Uhr - Antworten

    Oh je, das ist wirklich ein trauriges Kapitel, das so viele Frauen erleiden müssen… Die Idee mit den Strnchenmützen find ich gut. Ein kleines Andenken an jemanden zu haben, den man nicht kennenlernen durfte ist bestimmt für viele gut. Und dass es die Mütze für Frühchen gibt ist super. Als meine Tochter auf die Welt kam (kein Frühchen), hatte sie einen KU von 32 cm. Das war auch gar nicht einfach etwas zu finden, was geht…
    VLG Julia

  8. ImmermalwasNeues 6. Januar 2015 um 23:32 Uhr - Antworten

    Liebe Katja,
    ich wünsche dir ein Jahr voller froher Momente, auch wenn das Leben nicht immer nur aus solchen besteht.
    Ich finde es toll, dass du mitgenäht hast.
    Ich hab grade beim Lesen auch ein Tränchen verdrückt.
    Aber ich kann mir vorstellen, dass es den Sterncheneltern ein kleines bisschen hilft, wenn man etwas für ihre Kinder näht.
    Und damit ihren Kinder etwas mehr „Sein“ gibt, wird doch zu oft bei einem solchen Thema aus Angst oder Sprachlosigkeit geschwiegen und damit für die betroffenen Eltern die Existenz des Sternchens negiert.
    Ich danke dir dafür von ganzem Herzen!

    Ganz liebe Grüße
    Ina

  9. Janina Nickel 7. Januar 2015 um 8:15 Uhr - Antworten

    Liebe Katja, auch ich durfte das Mützchen Probenähen und mir ist es auch sehr schwer gefallen :( Ich Nähe für die Aktion “ Kleidung für Engelchen und Sternchen “ und mich erschreckt es oft, wieviel Kleidung dort benötigt wird. Dennoch bin ich froh, dass ich den Eltern ein wenig, in einer solch schwierigen Situation helfen kann.
    Lg Nine

  10. Natalie 7. Januar 2015 um 17:51 Uhr - Antworten

    Ja, das ist nicht immer leicht. Ich nähe auch für Sternenkinder und spende die Sachen. Wenn man das dann so in den Händen hält ist das nochmal was anderes als nur davon zu hören. Umso wichtiger ist es aber, wie ich finde, zu helfen und wenigstens ein kleines bisschen Trost zu spenden.
    LG Natalie

  11. Frau Käferin 14. Januar 2015 um 17:27 Uhr - Antworten

    Ich als Frühchenmutter habe auf der Neointensiv auch solche Mützen bekommen und auch ganz kleine gestrickte Socken. Abgesehen davon, dass es wirklich unglaublich schwer ist, passende Kleidung für Kinder deutlich unterhalb von 40 cm Länge zu bekommen, war es einfach schön, dass ein anderer Mensch sich so viel Mühe gemacht hat, obwohl er uns gar nicht kennt.
    Wir haben die Sachen immer noch in einem kleinen Koffer, genau wie die Kabel, an die das Käferchen angeschlossen war. Später können wir ihr das dann einmal zeigen. Auf manchen Fotos sieht man die Kabel allerdings und sie fragt dann immer mal: „Baby alle? Akku aufladen?“ Tja, im Grunde war der Akku bei ihr ja wirklich noch nicht ganz aufgeladen. als sie kam. Dafür ist sie jetzt ein echtes Duracel – Häschen. Langlebig und ohne Auschalter.
    Gruß Frau Käferin

  12. Clemi 22. Februar 2015 um 21:09 Uhr - Antworten

    Hallo,
    unser kleiner Mann hatte einen schweren Start. 27+1 Woche kam er mit einem Kopfumfang von 24 cm.
    Zum kuscheln bekam er immer eine Mütze auf:-) Ich finde es so toll das es Menschen gibt die auch an die ganz Kleinen und an die Sternchen denken. Das verschafft auch etwas Normalität und, so erging es mir, ich fand es toll das er etwas zum „Anziehen“ hatte, auch wenn es „nur“ eine Mütze ist.

    Auch wenn wir keine Mütze von Dir hatten, sage ich danke das du sowas machst.

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