IMG_3783-2Nachhaltiger Leben bedeutet für viele Menschen erst mal “weniger fliegen”, “weniger Plastik benutzen”, vielleicht auch “regionaler einkaufen”. Aber überraschenderweise hat das Trinkverhalten auch größeren Effekt auf den CO2 Fußabdruck als Flugreisen! Dabei ist nicht nur entscheidend, ob man bei Flaschenwasser auf Glas oder Plastik setzt, sondern auch ob man eben Leitungswasser oder Flaschenwasser bevorzugt. Egal ob mit oder ohne Sprudel: muss das Wasser in die Flasche, sind wesentlich mehr Prozessschritte von Nöten, z.B. Abfüllen, Flaschenreinigung, Transport. Bei Trinkwasser aus der Leitung sieht der Prozess viel schlanker aus. Ist Leitungswasser also die nachhaltigere und am Ende auch vielleicht gesündere Alternative? Außerdem findest du hier praktische und gesunde Tipps für das Trinken von Leitungswasser.

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Flaschenwasser hat 586-mal so viele Emissionen als Leitungswasser

Im Februar 2020 führte GUTcert eine Studie durch, die zu folgendem Ergebnis kommt: “Das bedeutet, dass für den betrachteten Lebensweg von Mineralwasser die 586-fachen Emissionen anzusetzen sind, wie für den von Trinkwasser.” (Seite 10, Kurzbericht zur Studie “VERGLEICH DES CO2-FUßABDRUCKS VON MINERAL- UND TRINKWASSER” durchgeführt von GUTcert,Februar 2020).  Der Kurzbericht ist betitelt mit “VERGLEICH DES CO2-FUßABDRUCKS VON MINERAL- UND TRINKWASSER”, der Untertitel lautet “Ein Überblick über die spezifischen Treibhausgasemissionen unterschiedlicher Wässer entlang des gesamten Lebenswegs” und genau das betrachtet die Studie auch, nämlich den Lebensweg von Mineral- und Trinkwasser und die dabei emissionsrelevanten Prozessschritte, also sozusagen vom Brunnen bis ins Glas. Für die Aufbereitung von Mineralwasser sind viel mehr Schritte nötig, bis wir es letztendlich in der Flasche vor uns stehen haben. Beim Leitungswasser sind es wesentlich weniger Schritte, bis es durch vorhandene Leitungen aus unserem Wasserhahn kommt. Und da ist man auch schon beim wesentlichen Punkt angelangt: Das Mineralwasser muss in Flaschen abgefüllt und transportiert werden!


Würde nun ganz Deutschland von Flaschenwasser auf Leitungswasser umsteigen, könnten etwa 3 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden! Zum Vergleich: Der normale innerdeutsche Flugverkehr verursacht “nur” 2 Millionen Tonnen CO2 ! (Berechnung: Differenz zwischen Leitungs- und Mineralwasser (202,39 g CO2-Äquivalente pro Liter, aus oben genannter Studie), jährlicher Flaschenwasserkonsum der Deutschen (ca. 181,4 l),  Einwohnerzahl in Deutschland (83.020000).)

Wenn schon Flaschenwasser, dann regional

Eine Schweizer Studie aus dem Jahr 2014 mit dem Titel “Ökobilanz Trinkwasser: Analyse und Vergleich mit Mineralwasser sowie anderen Getränken” die im Auftrag des Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW durchgeführt wurde, kommt auch zu dem Schluss, dass Leitungswasser dem Flaschenwasser aus Umweltsicht vorgezogen werden sollte. Betrachtet man nur Mineralwasser, so ist die Herkunft für die Umweltbelastungen wesentlich umweltrelevanter als die Verpackung.

Das heißt, wenn es schon unbedingt Flaschenwasser sein muss, dann sollte man auf ein möglichst regionales Produkt achten, und natürlich auf Mehrwegflaschen, lieber aus Glas als aus PET. Ein in Fidschi oder Japan handgekeltertes Designerwasser sollte es also besser nicht sein. Zumal sich solche Designerwasser auch gern mal damit rühmen, einen besonders geringen Anteil an „Total Dissolved Solids“ (TDS) zu haben – also besonders wenige Mineralien! Bei dem langen Transportweg ist dann auch egal, dass importierte Wasser aus anderen Ländern in der Regel in Einwegflaschen aus Plastik angeliefert werden.

Die Qualität von Leitungswasser

Die Qualität von Leitungswasser ist durch die Trinkwasserverordnung vorgeschrieben, Grenzwerte für allerlei Stoffe sind streng festgelegt. Leitungswasser gehört zu den am besten geprüften und überwachten Lebensmitteln in Deutschland. Kontrollen finden täglich statt. Weitere Vorteile von Leitungswasser sind natürlich dass es in aller Regel günstiger als die Flaschenvariante ist, die Verfügbarkeit, und dass es plastikfrei ist. Fakt ist, das Leitungswasser in Deutschland ist flächendeckend von guter Qualität. Leitungswasser muss für einige Stoffe strengere Richtwerte einhalten, als Mineralwasser. Zum Beispiel darf Uran in Leitungswasser nur 10 mg pro Liter enthalten sein, für Mineralwasser gibt es keine Grenze außer für Wasser, das speziell für die Zubereitung von Säuglingsnahrung gekennzeichnet ist. Übrigens enthält auch Leitungswasser Mineralstoffe, man braucht also keine Bedenken haben, dass “einem was fehlt”, wenn man Leitungswasser statt Mineralwasser trinkt.



Tipps zum Trinken von Leitungswasser:

  • Wasser das (lange) in den Rohren stand, ist nicht mehr frisch. Lieber erst mal laufen lassen bis kühles frisches Wasser kommt, besonders morgens oder auch nach dem Urlaub.
  • Die Kontrollpflicht der Wasserwerke aller Grenzwerte der Trinkwasserverordnung endet am Hausanschluss. Du solltest also abklären (oder testen, da gibt es praktische Sets!) ob die Rohre im Haus in Ordnung sind (Blei- oder Kupferrohre z.B. wären nicht so toll!).
  • Manche Mineralwasser sind „Für die Zubereitung von Säuglings­nahrung geeignet“ gekenn­zeichnet. Diese Angabe erfordert, dass das Wasser Grenz­werte für Keim­gehalte und für viele einzelne Stoffe einhält. Die Grenzwerte werden von Leitungswasser aber auch eingehalten, daher kann man dieses natürlich für Babynahrung benutzen. Steril ist allerdings weder Flaschenwasser oder Leitungswasser deshalb bitte vorher abkochen!

Sprudel einfach selber machen

Ja manchmal will man einfach etwas Spritziges trinken, das mag ich auch sehr gern. Da sollte man natürlich nicht als Alternative zu kohlensäurehaltiger Limo greifen, sondern man kann beim Leitungswasser bleiben und fügt “den Blubber” einfach selber hinzu! Mit einem Wassersprudler für Zuhause kann man Leitungswasser mit Kohlensäure versetzen, und spart auch noch die Schlepperei von Flaschen und Kisten. Bitte auf saubere Flaschen achten! Und noch ein Tipp: Gekühltes Wasser nimmt Kohlensäure besser auf.

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Unterwegs eine Trinkflasche mitnehmen

Besonders Unterwegs ist die Verlockung groß, sich mal schnell irgendwo eine kleine Plastikflasche zu kaufen. Natürlich ist es viel besser eine wiederbefüllbare Trinkflasche mit zu nehmen. Oft gibt es sogar unterwegs die Möglichkeit, diese wieder mit Leitungswasser aufzufüllen!

Qualität von Mineralwasser

Die Qualität von Mineralwasser und Tafelwasser ist in der Mineral- und Tafelwasserverordnung geregelt. Dort ist von “ursprünglicher Reinheit” die Rede, die allerdings leider nicht genauer definiert wird. Mineralwasser ist also nicht unbedingt “sauberer” als Leitungswasser, teilweise ist die Trinkwasserverordnung sogar strenger, als die Mineral- und Tafelwasserverordnung. Beide Wasser sind trotzdem von guter Qualität und absolut trinkbar. Es ist sehr unterschiedlich und nicht gesetzlich geregelt, wieviel und welche Mineralstoffe in Mineralwasser enthalten sind. Einige Mineralwasser sind sogar besonders Mineralstoff-arm! Wem also die Versorgung mit Mineralstoffen durch Wasser am Herzen liegt, der sollte beim Kauf genau hin schauen. (Leitungswasser enthält übrigens auch genügend Mineralstoffe!)

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