Ein Kind zu bekommen, ist eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit. Es ist aufregend, alles soll perfekt sein und natürlich schwingt auch etwas Sorge mit, ob alles gut gehen wird. In Zeiten der Coronapandemie jedoch kommt die Angst vor dem Virus hinzu und dann soll es vielerorts auch noch ohne den Partner in den Kreißsaal gehen? Die Sorge schlägt bei vielen Frauen in nackte Angst und Hilflosigkeit um und nicht wenige wollen plötzlich lieber zuhause entbinden. Aber ist das die Lösung? Und wie soll man überhaupt umgehen mit fast täglich wechselnden Aussagen?Ein Kommentar von Sina, der Hebamme im Nähfrosch-Team. Sie ist seit 17 Jahren im Beruf und derzeit hauptsächlich in der Geburtsvorbereitung und Wochenbettbetreuung tätig.

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Schwangerschaft-Geburt-Corona

Darf der Vater mit in den Kreißsaal zu Zeiten von Corona?

Die Angst vor der durch SARS-CoV-2 verursachten Lungenkrankheit COVID-19 ist nicht die einzige Angst, die Schwangere derzeit umtreibt. Krankenhäuser haben strenge Besuchsregelungen, bzw. erlauben gar keinen Besuch mehr und mancherorts dürfen die Väter bzw. Begleitpersonen nicht mehr mit in den Kreißsaal, liest man im Netz. Verständlicherweise führt das zu großer Verunsicherung und Ängsten. Die Frage „Darf der Vater mit in den Kreißsaal?“ steht dabei derzeit im Mittelpunkt, wird heiß diskutiert und die Antwort ist nicht so einfach, da es keine einheitliche Regelung gibt. Eine sichere Information erhalten Schwangere nicht in einem Twitter-Kommentar oder in Internet-Foren, sondern direkt bei ihrer Geburtsklinik und auch nur unter dem Zusatz „Stand jetzt“!

Info: In den meisten Kliniken dürfen Väter derzeit nach wie vor mit zur Geburt!

Warum gibt es bisher keine allgemein gültige Regelung? Gibt es gute Gründe für ein Verbot?

Jedes Krankenhaus ist anders, hat andere Voraussetzungen, Möglichkeiten und Probleme. Außerdem sind manche Regionen stärker von der Pandemie betroffen als andere. All das muss in die Entscheidung mit einfließen. Ganz wichtig ist hierbei zu unterstreichen, dass die Geburtskliniken in der Regel alles dafür tun werden, dass die Väter bei der Geburt ihrer Kinder dabei sein können.

Die Ärzte und Hebammen tragen (wie immer) aber nicht nur ihren Teil dazu bei ein positives Geburtserlebnis zu ermöglichen, sondern tragen auch Verantwortung für die Sicherheit aller. Breitet sich das Virus im Team aus, bringt man nicht nur die „Patientinnen“ in Gefahr, sondern hat schnell nicht mehr genug Personal, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, sodass der Kreißsaal schließen muss. Diese Gefahr besteht, denn schließlich kann man während der Geburt nicht den Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 m einhalten. Auch nicht zur Begleitperson.

Schon vor Ausbruch der Pandemie herrschte in Deutschland Hebammenmangel. Der Berufsstand ist immer „hinten runter gefallen“ und viele Kreißsäle wurden geschlossen. Seit 1991 wurden gut 40 % der Geburtsstationen in Deutschland geschlossen. Wir können uns nicht erlauben, weitere zu verlieren. Und so machen die KollegInnen in diesem Land zum Wohle der Frauen, Kinder und Familien den Spagat zwischen pandemiebedingten Sicherheitsmaßnahmen und Personalmangel einerseits und sicheren Geburten in sanfter und familiärer Atmosphäre andererseits. Die gute Nachricht ist: Diesen HeldInnen gelingt das noch immer sehr gut.

Hebammen sind weiterhin da für ihre „Patientinnen“ und sind ihnen trotz Mundschutz nah. Das gilt für die Klinikgeburten ebenso wie für die Geburtshäuser oder Hausgeburten. Steigen nun aber im Einzugsgebiet der geburtshilflichen Abteilung oder gar innerhalb des Teams die Fallzahlen, können strengere Maßnahmen nötig werden, um den Betrieb möglichst lange aufrechterhalten zu können. Dann kann auch ein Verbot für Begleitpersonen im Kreißsaal plötzlich kurzfristig nötig werden. Niemand möchte das. Landauf, landab kämpfen die KollegInnen dafür, dass das nicht sein muss. Wir alle können unseren Teil dazu beitragen, indem wir uns streng an Sicherheits- und Hygieneregeln halten. Dann stehen die Chancen gut, dass der Vater auch weiterhin bei der Geburt seines Kindes dabei sein kann. Bei diesem Thema arbeitet niemand gegeneinander, es ist ein Miteinander und ein Füreinander.

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Wie kann so eine Regelung für Begleitpersonen aussehen?

Ich habe mich bei drei Kliniken in meinem Umfeld schlau gemacht. Vorab: Auch hier dürfen die Väter in allen drei Kliniken bei der Geburt dabei sein, so sie denn gesund sind. Danach unterscheidet sich die Regelung etwas.

Während in der einen Klink der Vater auch nach der Geburt unter Einhaltung gewisser Sicherheitsmaßnahmen eine Stunde am Tag zu Besuch kommen darf, ist dies in den beiden anderen Kliniken nicht erlaubt, allerdings kann die Familie auf Wunsch ein Familienzimmer beziehen und dort die Zeit bis zur Entlassung gemeinsam verbringen.

Selbstverständlich gibt es weiterhin die Möglichkeit, ambulant zu entbinden, also einige Stunden nach er Geburt nach Hause zu gehen. Dies solltest du aber nur tun, wenn deine Versorgung gewährleistet ist, du eine Hebamme hast und dies mit ihr besprochen ist.

Tipp: Informiere dich also tagesaktuell bei deiner Geburtsklinik nach dem Status quo. In allen oben genannten Fällen waren die Informationen auf der Homepage der Klinik abrufbar und klar verständlich. Wer in einem Geburtshaus entbindet oder eine Hausgeburt plant, erfährt im Kontakt mit der betreuenden Hebamme, was zu beachten ist.

Kein weiterer Besuch erlaubt – positiver Effekt aufs Wochenbett!

Besuche weiterer Personen nach der Geburt sind derzeit überall untersagt. Es ist ruhig auf den Stationen, wo sich sonst der Besuch die Klinke in die Hand gibt. Was die Kolleginnen dort, und im Frühwochenbett zuhause beobachten, sind entspanntere Mütter und Babys und weniger Stillprobleme. Die zwangsläufige Entschleunigung wirkt sich in der Regel positiv auf den
Wochenbettverlauf aus. Vielleicht nehmen wir diese Erkenntnis mit in die Zeit nach der Pandemie und etablieren eine neue Wochenbettkultur mit weniger Besuch und mehr Achtsamkeit.

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Was soll ich tun, wenn der Vater wirklich nicht mit in den Kreißsaal darf?

Ist der Vater positiv auf das Coronavirus getestet, zeigt Infektionszeichen, muss zuhause Geschwisterkinder betreuen, kann aus anderen Gründen nicht mit in den Kreißsaal oder es gibt tatsächlich ein Verbot für Begleitpersonen, kommt verständlicherweise Angst bei den Frauen auf und ohne Frage wünscht man diese Situation keiner Familie.

Doch was kann helfen, wenn es soweit kommt? Meiner Meinung nach sollten wir uns schon vorab dieser Angst stellen. Darüber reden. Nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit der betreuenden Hebamme. Die Ängste offen auszusprechen, ist meist besser, als sie zu verdrängen. Eine gute Geburtsvorbereitung ist jetzt wichtiger denn je. Viele KollegInnen bieten ihre Kurse nun online an und wenn nicht, kennen sie ggf. eine Kollegin oder einen Kollegen, dessen Online-Kurs Sie „besuchen“ können.

Tipp: Bereite dich vor auf die Geburt, fasse Vertrauen in deinen Körper, in das Kind und in das Team, das du ausgewählt hast. Es ist nicht das, was du wolltest, aber wenn es nicht anders geht, kannst du das! Du bist nicht allein, du bist gut aufgehoben in Hebammenhänden.

Technik als Ersatz nutzen

Vielleicht überlegst du auch, wie du moderne Technik nutzen kannst, um Kontakt zum Partner halten zu können. Videotelefonie über Smartphone oder Tablet ersetzt sicher nicht die physische Anwesenheit ihres Partners, aber es hilft allen Beteiligten etwas. Bereite dich auf den Fall der Fälle vor, wissend, dass er vermutlich nicht eintreten wird und dein Partner wie geplant an deiner Seite ist.

Wichtig: Hast du tatsächlich ohne deinen Partner geboren, sprich hinterher unbedingt über das Erlebte. Mit deinem Partner, mit deiner Hebamme und auch mit Freunden und Angehörigen, wenn du magst. Es hilft, das Erlebte anzunehmen und zu verarbeiten.

Kann während der Coronapandemie eine Hausgeburt nicht die Lösung sein?

Nein. Eine Hausgeburt war noch nie DIE Lösung. Sie war schon immer eine sehr gute Lösung für sehr viele Frauen bei einer komplikationslosen Schwangerschaft ohne größere Risikofaktoren. Das hieß aber auch schon immer, dass sich alle Beteiligten intensiv und miteinander auf diese Geburt vorbereiten. Mal eben schnell umschwenken, ist daher eher schwierig, zumal es aufgrund des
Hebammenmangels schon lange nicht mehr genug KollegInnen in der außerklinischen Geburtshilfe gibt. Vielleicht wird man nun langfristig umdenken — es wäre den Familien und den
Hebammen zu wünschen.

Von sogenannten Alleingeburten möchte ich in jedem Fall dringend abraten.

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Was passiert eigentlich nach der Geburt? Kommt die Hebamme überhaupt zu mir?

Grundsätzlich: ja. Auch hier gilt, dass sich die Lösung auf diese Frage nicht „irgendwo im Internet“ findet, sondern bei deiner betreuenden Hebamme. Kontaktiere die Kollegin oder den Kollegen und frag nach, wie das läuft mit den Hausbesuchen, wenn die Hebamme Sie nicht ohnehin schon über die Sicherheitsmaßnahmen informiert hat.

Das können z.B. Hinweise sein wie: „Wir sprechen während der Untersuchung nicht, sondern erst, wenn wir wieder den nötigen Sicherheitsabstand eingenommen haben.“ Auch hier ist es wieder wichtig, das Miteinander. Die Hebamme wird alles tun, um gesund zu bleiben, um dich weiterhin betreuen zu können und dich nicht anzustecken. Tu du auch alles, um selbst gesund zu bleiben und ihr dabei zu helfen.

Wichtig: Halte die Besuchsregel ein, auch wenn es schwerfällt. Es gibt nur diese eine: kein Besuch von nicht im Haushalt lebenden Personen!

Wir Hebammen sind und bleiben den Frauen nah. Gute Betreuung, die von Herzen kommt, gelingt auch in „Pandemiemontur“ mit Mundschutz. Habe keine Angst und sprich mit deiner
Hebamme. Weiterführende Beratung ist ggf. auch per Audio-Video-Meeting möglich. Wir Hebammen werden kreativ, wenn es darum geht, die Betreuung „unserer“ Familien aufrecht zu
erhalten.

Ich habe keine Hebamme gefunden — Was kann ich tun?

Nutze z.B. die deutschlandweite Buchungsplattform „Ammely“ für Hebammen. Sie ermöglicht die schnelle Suche und Vermittlung von Hebammenleistungen sowie eine einfache Kommunikation zwischen Frauen, Familien und Hebammen. Der deutsche Hebammenverband war an der Entwicklung von Ammely beteiligt, die Suche ist kostenlos und es gibt aufgrund der Auswirkungen der Pandemie eine Akutsuche, bei der du Hebammen finden kannst, die dich kurzfristig bei akuten Problemen versorgen können.

Fazit

Es gäbe sicher entspanntere Zeitpunkte, ein Kind zur Welt zu bringen, und dennoch besteht kein Grund zur Panik. Gut vorbereitet und informiert, lässt sich die Situation meistern. Gemeinsam. Denn die Hebammen sind weiterhin für dich da. Freue dich also bitte weiterhin auf die Geburt deines Kindes und bleib gesund!

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