Wieder Frau sein

2018-09-10T22:44:13+00:00Familie, Nähen|

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Wie ich mich selbst wieder entdecke

In letzter Zeit ertappe ich mich öfter bei dem Gedanken, dass ich wieder „ich“ sein möchte. Die Kinder sind dem Babyalter entwachsen, ich genieße dass sie mich brauchen, aber auch dass sie mich nicht mehr permanent und als Nahrungsquelle brauchen.
Stillen, Tragen, Schreistunden aushalten und alles was dazu gehört, habe ich (meistens) gern gemacht und natürlich trauert man der Zeit irgendwie nach. Der Knirps ist jetzt auch schon über zwei Jahre alt! Und die Große wird nächstes Jahr eingeschult. Und ich? Wie habe ich mich verändert, entwickelt? Was wünsche ich mir für mich?

Lies hier unseren langen Weg zum Abstillen mit 1.5 Jahren.

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Mama sein

Als ich Mama wurde, vor über 5 Jahren, stand plötzlich ein Kind an aller erster Stelle. Natürlich! Ich stellte mich und meine Bedürfnisse völlig hintenan, wie es wohl die meisten Mamas (und Papas) tun. Egal wie sehr man auf Toilette muss, wenn das Baby endlich auf einem eingeschlafen ist, bleibt man halt sitzen, auch Essen oder Trinken ist völlig überbewertet und an Schlaf kann man sich in der Anfangszeit ja nur schwer erinnern. Mal ganz davon abgesehen dass man seinen eigenen Körper kaum wieder erkennt.

Lies hier ehrliche Worte aus dem Mama-Chaos.

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Kommt dann noch ein zweites Kind dazu, ists mit den eigenen Bedürfnissen sowieso erst mal vorbei. Man zerreibt sich zunächst mal wie man nun die Bedürfnisse von zwei unterschiedlich alten Kindern unter einen Hut bekommt ohne dass eins zu sehr zurückstecken muss. Wenn man es dann schafft, die eigenen Grundbedürfnisse wie Nahrungsaufnahme und eine gelegentliche Dusche zu sichern, passt das schon.

Lies hier von Baby Alex Ankunft.

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Dann kommt die Brei Zeit und die Zeit, wo die Kinder langsam normale Kost mit essen. Und was tut Mutti? Kocht natürlich so, dass es gut für die Kinder ist. Wenig Salz, viel Gemüse, auf jeden Fall nicht wie vor den Kindern ein abgedrehtes Menü a la Perfektes Dinner. Eher so Fischstäbchen, Kartoffel, Spinat. Schmeckt ja auch! Na klar. Und wenn man mal ins Restaurant geht, habe ich halt Salami Pizza bestellt, falls eins der Kinder die ausgesuchten Tomatensoßennudeln nicht mag. Hatte ich Lust auf Salami Pizza? Nicht wirklich, aber die Kinder waren mir da wichtiger. Oder ich mir selbst eben nicht wichtig genug – noch nicht.

Lies hier vom Möhrenbrei, der anbrannte.

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Inzwischen sind die Kinder Zwei und Fünf. Sie lassen sich auch mal von jemand anderem trösten, der Mittagsschlaf ist passé und hin und wieder übernachten sie bei Oma und Opa. Sie werden Stück für Stück unabhängiger. Und ich erobere mich selbst Stück für Stück zurück und nehme meinen Körper in Besitz.

Lies hier, wie ich plötzlich 3 Tage frei hatte.

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Zuerst habe ich gar nicht gemerkt, wie ich mir selbst abhanden gekommen bin. Die Kinder waren einfach wichtiger! Ich hatte überhaupt nicht viele Bedürfnisse, kein Verlangen was für mich zu tun. Das war auch wirklich in Ordnung so, hätte es mich gestört, hätte ich meinen Unmut geäußert und dann irgendwann was geändert. Aber es war wirklich ok.

Lies hier Stefans Artikel über Attachment Parenting aus Männersicht.

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Bedürfnisse spüren

Doch nun eben erwische ich mich mehr und mehr dabei, dass ich wieder Bedürfnisse spüre. Ich gehe wieder regelmäßig in Sport! Weil ich es WILL, nicht weil ich sollte. Es macht mir Spaß und es tut mir gut. Die Bewegung, mich zu spüren und auch ein bisschen Zeit für mich zu haben. Mich besser zu fühlen, weil der Rücken oder Nacken nicht mehr ständig zwicken und zwacken. Und was für einen Sport mache ich? Yoga würde ich gern, aber momentan ist es Tanzen zu meist spanischen Titeln mit viel hüpfen und popowackeln.

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Und auch das Popowackeln tut mir gut! ;) Sich selbst wieder wahrzunehmen, wieder Kontakt zu sich und seinem Körper aufzunehmen, dafür ist bei mir jetzt einfach die Zeit gekommen. Ich mag mich bewegen, ich mag mir wieder wichtig sein! Ich mag mir im Restaurant das bestellen, was ich möchte, und wenn die Kinder ihr essen nicht mögen, naja dann ist das halt so.

Ich mag mich wieder schicker kleiden! Wieder Frau sein! Mich rundum hübsch und lebendig und ja auch ein bisschen begehrt fühlen!

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Wenn ich mir den Lauf der Zeit bei Nähfrosch so ansehe, ist eine spannende Entwicklung zu sehen, die absolut zu mir gehört. Zuerst bin ich Farb- und Mustertechnisch völlig durchgeknallt und hab aus den vollen geschöpft und es so sehr genossen. Keine Kleidervorschriften wie z.B. fürs Büro, nur das worauf ich grade Lust hatte. Mich als Mama finden, und meine Kinder genießen. Und das war eben bunt und praktisch und oft auch ein Kinderstoff für mich. Nach und nach bin ich wohl etwas ruhiger geworden, obwohl ich mir immer noch hin und wieder was „wildes“ nähe! In vollem Bewusstsein und mit viel Liebe.

Sieh hier, wie ich mit buntem genähten Kleid in ein leeres Schwimmbad springe.

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Das bunte Lustige ist ein Teil von mir. Der hat die letzten Jahre überwogen und wurde gnadenlos ausgelebt. Aber genauso habe ich eben auch eine ernstere schickere Seite, die wieder ein Stück weit mitspielen will. Mitspielen, nicht komplett übernehmen. Jeder Teil hat seine Daseinsberechtigung. Der Mix macht mich aus. Kopfmensch und Bauchmensch, Bunt und Ernst, Schlappen und Highheels.

Lies hier von meiner ersten Bluse aus Viskose Webware.

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Frau sein

Ich mag also auch mal etwas schickeres, feineres, auch mal aufwendigeres für mich. Und modisch! Ich informiere mich wieder über Trends, lebe nicht mehr nur in meiner eigenen kunterbunten Welt sondern habe wieder richtig Lust auf Mode und sie für mich passend umzusetzen. Nicht jedem Hype hinterher hecheln, aber doch möchte ich für mich passende In-Teile in meine Garderobe aufnehmen, genauso wie zeitlose wertige Basics.

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Schnitte, Stoffe, wie man Teile kombinieren kann, wie ich sie für mich umsetzen kann, alles wirkt grade neu und glänzend und interessant für mich. Das Ziel: eine tragbare und für den Alltag geeignete stilvolle Garderobe mit überwiegend selbst genähten Stücken. In trendigen Farben, aber doch in „meinen“ Farben. Ich freue mich schon, mich näh- und modetechnisch weiter zu entwickeln, zu meinem Stil als Mama von zwei nicht mehr ganz so kleinen Kindern! <3

 

 

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Mama Katja

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Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Obwohl ich diplomierte Mathematikerin bin, liebe ich es zu schreiben und zu nähen. Das ist mein kreativer Ausgleich zum turbulenten Leben mit den kleinen Chaoten!

4 Comments

  1. Bine 10. September 2018 um 23:26 Uhr - Antworten

    Sehr schön geschrieben… Konnte mich auch gut finden in den Worten. Danke dafür.. und dass ich mit diesem Gefühl nicht alleine bin. :-)
    Liebe Grüsse Bine

    • Katja Czajkowski 12. September 2018 um 21:00 Uhr - Antworten

      Oh ja, es ist ein gutes Gefühl, nicht allein damit zu sein, sondern voll normal :D

  2. Annika 12. September 2018 um 16:25 Uhr - Antworten

    Interessant! Meine beiden sind jetzt 3 und 6 und seit gut einem Jahr bin auch ich dabei, mir meinen Körper und meinen Modestil zurück zu erobern! Scheint wirklich eine prägnante Phase bei uns Mamis zu sein!
    Schön zu lesen, dass andere Frauen genau so ticken!!!

    • Katja Czajkowski 12. September 2018 um 20:59 Uhr - Antworten

      Gut zu hören dass es dir auch so geht! Da kommt man sich gleich ganz normal vor :D

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