Einen Mantel selbst nähen? Das klingt aber kompliziert! Ganz bestimmt ist es kein Projekt für Zwischendurch und Näherfahrung sollte man für dieses Buch auf jeden Fall mitbringen. Aber dann locken die schönen Modelle im Buch durchaus zum nach nähen! Die 18 Modelle werden aus 5 Grundschnitten entwickelt (im wesentlichen sind es Änderungen wie Kürzen/Verlängern, Taschenposition,…) und sie umfassen das ganze Spektrum vom klassischen Trenchcoat über Dufflecoat bis hin zu Manteljacken mit Reverskragen oder Cape-artigen Kurzmänteln. Das Buch erschien ursprünglich auf japanisch, deshalb sind die Maße auch etwas kürzer und schmäler als die deutschen Durchschnittsgrößen. Damit du einschätzen kannst, ob dir die Modelle in den Größen S – XL im Buch passen würden, habe ich dir die Maßtabelle hier in der Rezension aufgeschrieben.

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Das Buch “Mein Lieblings-Mantel selbstgenäht” erschien im Juli 2019 im Stiebner Verlag. Die Originalausgabe von Yuko Kataymana erschien auf Japanisch. Das Buch enthält 5 Grundschnitte  in Originalgröße auf zwei Schnittmusterbögen für japanische Größen S bis XL. Daraus lassen sich 18 Mantel- und Jackenprojekte durch einfache Änderungen an den Grundschnitten entwickeln. Die Anleitungen im Buch werden durch Online-Video-Tutorials ergänzt. Der Stiebner Verlag stellt eine kostenlose online Kurzanleitung zur Verfügung, wie man die Schnitte einfach verbreitern und/oder verlängern kann. Das Buch ist für fortgeschrittene Näher geeignet.

Preis: 24,90 €

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Mit einem kleinen Vorwort zu japanischen Größen beginnt dieses Buch, denn die japanischen Größen unterscheiden sich natürlich von den Durchschnittsgrößen in Deutschland – sie sind etwas schmaler und kürzer als wir es hier gewohnt sind. Deshalb gibt es hier auf der Webseite vom Stiebner Verlag auch ein paar Tutorials, in denen einfache Schnittanpassungen erklärt werden. Im Buch findet man die Größentabelle auf Seite 44. In der Tabelle stehen die Körpermaße für den Brustumfang, Rückenlänge und Armlänge. Ich kann mir denken, dass diese Tabelle einige interessiert, deshalb gebe ich das entscheidende Maß, den Brustumfang, kurz wieder:

Körpermaßtabelle

  • Gr. S: Brustumfang 78 cm
  • Gr. M: Brustumfang 83 cm
  • Gr. L: Brustumfang 87 cm
  • Gr. XL: Brustumfang 90 cm

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Dann werden die Mantelmodelle vorgestellt. Dabei ist das Buch so aufgebaut, dass zunächst der zugrunde liegende Grundschnitt vorgestellt wird, und dann die Modelle, die sich daraus durch einfache Änderungen entwickeln lassen. Es gibt 5 Grundschnitte, insgesamt sind es 18 Mantelmodelle. 7 davon können ohne Abänderungen des Schnittes genäht werden. Jedes Modell wird mit einem kleinen Text vorgestellt, in dem die wichtigsten Merkmale des Schnitts erklärt werden und es gibt von einigen Details (z.B. Tasche, Kragen) Nahaufnahmen.

Grundschnitte

  • A) Drop-Shoulder Mantel: Ungefüttert und ungesäumtes Modell, Ungefütterter Langmantel, Kurzmantel mit Kapuze
  • B) Mantel mit Raglanärmeln: Ungefüttert mit Rundkragen, Langer Wendemantel
  • C) Mantel mit Reverskragen: Ungefütterter Langmantel, Kurzmantel, Wendemantel
  • D) Mantel mit hoher Armkugel: Trenchcoat, Ungefütterter Langmantel, Dufflecoat
  • E) Mantel mit Kimonoärmeln: Offener Reverskragen, Kragenloser Langmantel

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Als nächstes findet man im Buch eine mit Fotos reich bebilderte Anleitung für den Mantel mit Reverskragen, in der sämtliche Schritte gut erklärt werden, die man für alle Mantelmodelle benötigt. In den eigentlichen Anleitungen für die einzelnen Modelle werden diese Schritte dann nur kurz erwähnt. Es folgen bebilderte Anleitungen für die verschiedenen Taschen Typen, wie z.B. aufgesetzte Klappentasche oder Paspeltasche. Bei komplizierteren Nähschritten findet man einen QR Code, der zu einem ergänzendem Video Tutorial führt.

Anschließend erfährt man im Kapitel “Grundwissen Stoff” einiges über die Auswahl des richtigen Stoffes für seinen Mantels. Es werden Tipps gegeben für ungefütterte Mäntel, gefütterte Modelle, Futterstoffe, Bügeleinlage und Bügelbänder. Bei den letzten beiden Punkten werden allerdings keine konkreten Empfehlungen für Produkte gegeben, sondern nur allgemein erklärt. Es folgen Tipps fürs Übertragen des Schnittmusters, das Zuschneiden, Markierungen setzen, Bügeln und für Nadeln und Garn.

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Die Nähanleitungen findet man dann alle weiter hinten im Buch. Zu jedem Modell gibt es eine Tabelle mit den Fertigmaßen des Mantels, einen Zuschneideplan und wichtige Hinweise zu Dingen, die es zu beachten gilt (z.B. beim Karo Mantel dass man unbedingt auf den Musterverlauf achten sollte). Die Änderungen die für das Modell notwendig sind, werden anhand von technischen Zeichungen erklärt. Die Änderungen betreffen im wesentlichen nur das Verlängern/Kürzen des Grundschnitts,  die Position von Taschen, das Verbreitern in der vorderen Mitte oder das Hinzunehmen des Kapuzen Schnittteils. Es müssen keine komplizierten Änderungen im Design vorgenommen werden, höchstens mal eine Ecke etwas abgerundet werden.

Die Nähanleitungen selbst bestehen hauptsächlich aus technischen Zeichnungen, an denen die Nähschritte angemerkt sind. Vom Gefühl her kann man den Schritten gut folgen und auf den Zeichnungen ist alles gut zu erkennen. Trotzdem handelt es sich hier definitiv nicht um Anfängerprojekte und man sollte etwas Näherfahrung mitbringen.

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Einen Mantel selbst zu nähen ist bestimmt kein Projekt für mal eben Zwischendurch. Sicherlich muss man dabei Hürden überwinden und Neues lernen. Dabei kann dieses Buch meiner Meinung nach gut begleiten. Es ist logisch und klar aufgebaut und die Modelle reichen von klassisch bis modisch. Für den ersten Mantel kann man sich ein “einfaches” Exemplar aussuchen, z.B. ohne Futter und sich erst mal heran tasten. Mir gefällt natürlich der Dufflecoat vom Titel am besten, soviel zu “einfachem Modell”! Aber auch der Drop-Shoulder Kurzmantel mit Kapuze hat es mir total angetan. Ein ungefütterter Langmantel gibt bestimmt einen guten Cardigan ab und irgendwie könnte man doch viel mehr Mäntel gebrauchen fällt mir grade auf.

Das Buch macht definitiv Lust daraus, sich mal einer Mantel Herausforderung zu stellen und mit Materialien wie Walk, Tweet oder Wolle Erfahrungen zu sammeln. Die Vorstellung, so ein “großes” Projekt wie einen schönen Mantel selbst zu nähen, vielleicht mit einem schönen Futter, lässt doch jetzt schon das Herz höher schlagen und hinterher platzt man ganz sicher vor Stolz!

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