dehnbare vs nicht dehnbare stoffe

Als Hobby-Näher ist man eigentlich permanent den Bezeichnungen dehnbar und nicht dehnbar ausgesetzt. Bei jedem Nähstück, das man bearbeitet, muss man die Dehnbarkeit eines Stoffes beachten, damit die Passform stimmt. Dieser Blogpost behandelt sowohl die dehnbaren wie auch die nicht dehnbaren Stoffe und ihre jeweiligen Herstellungsarten, denn die beeinflussen in der Tat die Elastizität eines Stoffes.

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Schon im Kindergarten bringt man Kindern das Weben bei. Mal mit einem Handwebrahmen, mal mit Papier – aber das Prinzip ist immer dasselbe. Ein Faden wird abwechselnd über und unter einen anderen Faden gelegt. Dadurch ergibt sich nicht nur ein Muster. Aus den einfachen Fäden wird nach und nach ein fester Stoff. Abhängig davon, was man zum Weben nimmt, wird der Stoff dicker oder dünner. In der maschinellen Herstellung von Stoffen ist das genauso, nur dass mit feineren Garnen hantiert wird.

Was sind nicht dehnbare Stoffe?

Beim Prinzip des Webens sind wir auch schon mitten im Thema, denn gewebt werden alle nicht dehnbaren Stoffe – daher auch die Bezeichnung Webware. Ist der Stoff sehr dünn gewebt, entsteht beispielsweise Batist. Mittelkräftig gewebter Stoff wird Popeline und schwer gewebter Stoff wird zu robustem Canvas. Entscheidend ist bei allen gewebten Stoffen aber die so genannte 90-Grad-Bindung. Das heißt, Kett- und Schussfäden stehen jeweils im 90 Grad Winkel zueinander. Bei Leinen kann man diese Bindung besonders gut erkennen.

Stoffarten, die auf diese Weise hergestellt werden, sind:

    • Leinen: Ideal für leichte Sommerbekleidung
    • Canvas: Fester Futterstoff, der gut für Jacken oder Rucksäcke verwendet wird
    • Köper: für strapazierfähige Bekleidung, auch als Twill bekannt
    • Popeline: Für leichte Wickelröcke ideal
    • Batist: Leichter und feiner als Popeline, mit leichtem Glanz
    • Musselin: Mittlerweile bekannt für leichte Sommerkleider oder Tücher
    • Crêpe: Durch die Überdehnung vom Garn entsteht Crêpe, ideal für leichte Blusen
    • Taft: Klassischer, leicht glänzender Futterstoff, zum Beispiel für Ballkleider oder Brautkleider
    • Voile: Bei Voile werden die Fäden stark gedehnt und dadurch gekräuselt. Zum Einsatz kommt er klassischerweise bei Brautschleiern

Stoffarten-Lexikon: Eine Übersicht aller Stoffe. Damit du dir in Zukunft Frust beim Nähen durch die falsche Stoffwahl ersparst, findest du hier im Stofflexikon die 60 gängigsten Stoffarten kurz erklärt, von Jersey über Popeline bis Glitzerstoff!

Zur Übersicht aller Stoffarten
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Nicht dehnbare Stoffe – das Video

Im Video erklärt Katja auch nochmal, wie nicht dehnbare Stoffe verwendet werden, was man beachten muss und welche Soffarten zudem zu den nicht dehnbaren aka gewebten Stoffen gehören.

Besondere nicht dehnbare Stoffarten

Übrigens: Cord ist zwar nicht dehnbar, gehört aber nicht zu den klassisch gewebten Stoffen. Bei Cord wird eine ganz eigene Bindung angewendet, die die unterschiedlichen Höhen im Stoff erzeugt.

Viskose ist ebenfalls nicht dehnbar. Das besondere an dieser Stoffart ist, dass das Garn, welches aus natürlich vorkommender Zellulose besteht, mit hilfe diverser chemischer Prozesse so verarbeitet wird, dass Viskose entsteht. Viskose ist quasi nur das Garn, das die Bezeichnung trägt – in dem Fall wird sie auf eine komplette Stoffart übertragen. Es gibt also z.B. Viskose Webware und Viskose Jersey.

Wie man Viskose verarbeitet, erkläre ich in diesen Artikeln:

Viskose waschen
Viskose schneiden
Viskose nähen

Nählexikon: Damit du mit deinem neuen Hobby sofort durchstarten kannst, gibt es hier im Näh-Lexikon die wichtigsten Begriffe rund ums Nähen verständlich erklärt. Das große Näh-ABC.

Zum Nählexikon
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Was sind elastische oder dehnbare Stoffe?

Bei dehnbaren Stoffen ist die Herstellung eine andere. Hier wird nicht gewebt, sondern maschinell ganz fein gestrickt. Dazu benutzt man zwei oder mehrere Nadeln und Garn. Durch die Verkettung von Maschen entsteht eine gewisse Elastizität. Das kann man bei handgestrickten Dingen erkennen. Bis zu einem Gewissen Grad lassen sich auch gestrickte Pullover, Schals und Mützen dehnen. Der Unterschied zu dehnbaren Stoffen ist aber meistens der Rücksprung. Während Gestricktes aus Wolle zwar dehnbar ist, leiert es nach dem x Mal dehnen aber doch aus. Bei den Stoffen, die Hobby-Näher verwenden, ist hingegen ein elastisches Garn eingestrickt, damit die Formbeständigkeit erhalten bleibt.

Info: Alle dehnbaren Stoffe sind aus der natürlichen Baumwolle gefertigt. Erst, wenn durch das zusätzliche Elasthan, Viskose oder Polyester wird ein Stoff synthetisch. Übrigens kann man dehnbaren Baumwollstoffen auch Wolle, Seide oder Leinen beimischen, um Mischgewebe zu erhalten.

Zu den dehnbaren Stoffen gehören unter anderem auch:

  • Jersey: einfache Maschenware dank gestrickter Schlaufen, oberfläche matt & stumpf
  • Viskosejersey: Viskosegarn wird dem normalen Jerseygarn beigemischt, dadurch erhöht sich seine Dehnbarkeit und der Stoff erhält einen tollen Glanz
  • Romanitjersey: Runta de Roma oder Doublejersey wird Romanitjersey auch genannt. Romanit ist ein schwerer doppelflächig Feinstrick und hat dadurch zwei rechte Seiten.
  • Interlockjersey: wird an zwei Nadeln gestrickt und in einer rechts-rechts Bindung gekreuzt. Normal wird immer rechts und links gestrickt.
  • Jaquardjersey: Der Jersey wird auf zwei Nadelreihen gestrickt. Er entsteht durch Stricken, Nichtstricken und Fanghenkeln.Dadurch ergibt sich das typische Strukturmuster auf der linken Stoffseite.
  • Cloqué-Jersey: zwei unterschiedliche Lagen Jersey werden stellenweise miteinander verstrickt – mit unterschiedlicher Spannung. Dadurch entsteht ein Blaseneffekt.
  • Sweat: Sweat ist nicht ganz so dehnbar wie Jersey. Auf der Unterseite sieht man zwar große Maschen, die aber platt anliegen.
  • Strick: Es gibt feinen und groben Strick. Beide sind genau wie Jersey auch Maschenware und dadurch elastisch.
  • Modalsweat: Modal ist wie die Viskose aus Zellulose und damit eine Chemiefaser. Modal wird aber anders gesponnen als Viskose. Modal ist aber besonders anschmiegsam und für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet.
  • Ajour: Das typische Lochmuster zeichnet den Stoff aus und ist ideal für leichte Pullover oder Jäckchen.
  • Nicki: Die Vorderseite von Nicki ist weich und samtig. Auf der Rückseite erkennt man die glatte Maschenstruktur. Nicki ist ideal für Babykleidung, da er sehr robust ist – vor allem in der Waschmaschine. Verarbeitet ist bei Nicki Baumwolle und Polyester.
  • Plüsch: Plüsch wird ganz normal gestrickt. Der Clou: Es wird ein extra Faden eingebunden, der sogenannte Flor, der an der Oberfläche kleine Schlingen bildet. Die Schlingen werden dann aufgeschnitten und bilden die typische Kuscheloberfläche.

Und dann gibt es da noch die gewirkten Stoffe. Gewirkte Stoffe werden zunächst auch erstmal gestrickt, allerdings wird eine andere Methode angewandt. Dazu gehören Fleece, Flausch und Fellimitate.

Du möchtest mehr über die verschiedenen Stoffarten erfahren? Dann schau in unser Stoffarten-Lexikon.

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Dehnbare Stoffe – das Video

Im Video erklärt Katja, was dehnbare Stoffe ausmacht und welche Stoffarten zu den dehnbaren Stoffen gehören.

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