Babys

Unfassbar, was so ein Baby an Windeln verbraucht, oder? Manchmal fragt man sich schon wie so viel aus so einem kleinen Menschen kommen kann und ruckzuck ist der nächste Müllsack voll. 5.000 Windeln schätzt man, sind es im Schnitt etwa bis zum Ende der Windelzeit und die Windel ist ja nicht das einzige Abfallprodukt. Als Hebamme sieht Sina dabei nicht nur immer wieder, dass viel mehr Müll als nötig produziert wird, sondern auch, dass viel Geld für Produkte ausgegeben wird, die es gar nicht braucht. Es gibt nicht nur umweltschonendere Alternativen, nein, oft sind sie auch deutlich preiswerter und verträglicher. Darum lautet unser Thema in diesem Blogpost: Müll vermeiden am Wickeltisch.

Familienblog Nähfrosch Katja
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Die Expertin in Sachen Baby

Ich bin Sina, Ende 30, verheiratet, Mutter einer Tochter und Hebamme mit Reise- und Schreiblust. Katja habe ich in der Schwangerschaft mit ihrem ersten Kind kennengelernt und nicht nur beobachtet, wie ihre Kinder heranwuchsen, sondern auch wie der Nähfrosch das Licht der Welt erblickte und laufen lernte.

Neben meiner Tätigkeit als Hebamme schreibe ich normalerweise auf nordlandfieber.de und spreche auf dem Podcast noniin.de über meine Reisen, die Liebe zum Norden und alles was damit zu tun hat. Ich freue mich nun bei Nähfrosch etwas aus dem (Hebammen-)Nähkästchen plaudern zu können.

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Müllreduktion – Keep it simple!

Tatsächlich will ich gar nicht bei den Windeln anfangen, denn auch wenn ihr bei Einwegwindeln bleibt, gibt es definitiv Möglichkeiten Müll und Kosten einzusparen!

Zum Beispiel  indem ihr nicht jede Windel in ein extra Tütchen entsorgt oder spezielle Windeleimer mit Kassetten kauft. Es ist schlicht nicht nötig, teuer, macht unnötig viel Müll und riecht am Ende ja doch auch, wenn nicht regelmäßig geleert wird. Ein Eimer mit Deckel (vielleicht auch im Bad oder auf dem Balkon), der häufig geleert wird, reicht völlig. Wirklich.

Auch bei Pflegeprodukten wird oft im großen Stil zugeschlagen, bevor der Nachwuchs geboren ist. Dazu kommen dann noch diverse Proben und Geschenke. Erfahrungsgemäß wirft man locker die Hälfte der Produkte weg. Also auch hier erstmal langsam machen. Viel braucht das Neugeborene nicht und die Drogerien und Supermärkte haben doch meist 6 Tage die Woche auf.

Eigentlich müsste man erst einmal nichts besorgen. Eine milde Waschlotion (die ich auch nicht sofort brauche), eine leichte Lotion (falls die Haut wirklich sehr trocken sein sollte) und eine Pflegecreme für den Windelbereich (mit der man sparsam umgehen kann und sollte) kann man aber schon mal bereit halten, wenn man denn möchte. Hier sind die Produkte von Weleda (oder anderen Naturkosmetikherstellern) zum Beispiel geeignet. Die Firma verwendet, laut eigenen Angaben, ausschließlich natürliche Rohstoffe aus überwiegend kontrolliert biologischem Anbau und verzichtet auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Und nicht vergessen: Weniger ist mehr.

Generell gilt: Wenn etwas auf den ersten Blick hübsch, günstig und/oder praktisch erscheint, dann stellt euch, bevor ihr es kauft, zunächst eine alltägliche Wickelsituation vor und ihr bemerkt schnell, dass manches dann doch gar nicht sooo toll ist. Wie im nächsten Beispiel, der Wickelauflage.

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Die Wickelauflage

Inzwischen begegnen mir in den meisten Haushalten sogenannte Einmalwickelauflagen. Riesige (und teure!) Ungetüme aus Plastik und Zellstoff, die dafür sorgen sollen, dass der hübsche Schonbezug der abwaschbaren Wickelauflage sauber bleibt. Beim ersten Fleck wird sie selbstverständlich entsorgt. Der Hygiene wegen.

Da liegt also eine Einmalauflage auf dem Schonbezug einer Auflage. Auf einem Schonbezug, den man unter der hässlichen Einmalauflage gar nicht sieht. Dann könnte man den Schonbezug ja auch weg lassen. Dann bliebe eine abwaschbare Wickelauflage übrig, die gar keine Einmalwickelauflage benötigt. Genial, oder? Damit das Kind es komfortabler hat und man eine eventuelle Überschwemmung aufhalten kann, legt man ein altes Handtuch darauf. Allemal hübscher als die Einmalunterlage. So einfach und so wirkungsvoll, was Kosten- und Müllreduktion angeht. Keep it simple!

Feuchttücher und Co

Feuchttücher der gängigen Marken finden sich auch auf fast jedem Wickeltisch. Man kommt oft gar nicht auf die Idee, dass es auch anders gehen könnte, jedoch sehe ich 3 Probleme: Den Müll, die Kosten und die Tatsache, dass viele Babypopos doch recht empfindlich auf die Tücher reagieren. Auch hier würde ich es einfach halten und schlicht und ergreifend einen Waschlappen verwenden. Weniger ist manchmal mehr und belastet die empfindliche Babyhaut nicht unnötig.

Und nein, es muss kein extra weicher Einmalwaschlappen sein, der direkt im Müll landet. Näht euch kleine Waschläppchen und packt sie in ein hübsches Utensilo oder benutzt waschbare Abschminkpads – die sind auch schön weich. Eine Thermoskanne mit warmem Wasser dazu und schon geht es einfach, schnell, umweltfreundlich und kostengünstig. Die kleinen Läppchen fallen bei der Wäsche nicht wirklich ins Gewicht.

Nur bei Stuhlgang, vor allem wenn er gemein am Babypo klebt, wünscht man sich wirklich manchmal Feuchttücher. Für den Fall könnt ihr Feuchttücher selber machen, die sogar für unterwegs taugen. Eine Anleitung dazu gibt es in Kürze hier auf Nähfrosch. 

Umweltfreundliche Windeln?

Nun aber zum Thema Windeln. Gibt es denn überhaupt nachhaltige Windeln? Oder müsste man dann konsequenterweise wieder auf Stoffwindeln zurückgreifen und ist denn dann mit der ganzen Wascherei die Umweltbilanz wirklich besser? Nun, definitiv gibt es Alternativen zu Pampers – ob und welche für euch in Frage kommen, ist dabei eine ganz individuelle Entscheidung.

Stoffwindel

Ökowindeln

Die herkömmliche Einwegwindel hat sich durchgesetzt und wird von den allermeisten Eltern gern genommen. Sie ist praktisch und hygienisch und – sind wir mal ehrlich – vor allem bequem. Gerade wenn die Anfangszeit stressig ist, muss ich mich somit nicht auch noch um dreckige Windeln kümmern. Sie kommen in den Müllsack und fertig.

Das ist verständlich und nicht verwerflich. Aber es lässt sich eben auch nicht wegdiskutieren, dass diese Windel weit über 400 Jahre bräuchte bis sie zerfallen ist und so landet sie in der Verbrennung und setzt Schadstoffe frei. Einwegwindeln bestehen zum Großteil aus Kunststoff, der aus Erdöl gewonnen wird, außerdem aus Zellstoff, wofür Bäume gerodet werden müssen.

Was ist jetzt, wenn ich bei den Einwegwindeln bleiben will? Gibt es denn da umweltfreundlichere Alternativen? Ist die Ökowindel wirklich öko? Ja und nein. Auch diese dürfen nicht in den Biomüll, egal ob kompostierbar drauf steht oder nicht, denn sie haben in der Regel auch noch chemische Bestandteile. Dafür sind sie aus Bio-Kunsstoff, chlorfrei gebleicht etc.

Gerade die Fairwindeln werden CO2-neutral und lokal hergestellt, basieren auf Kartoffelstärke und nachwachsenden Rohstoffen und haben nur noch 20 Prozent Kunststoff. Nicht perfekt, aber eine deutliche Verbesserung und ein wichtiger Schritt in Richtung der vollständig kompostierbaren Windel, die hoffentlich bald kommen wird.

Leider sind diese Windeln aber auch teurer als herkömmliche Einwegwindeln und auch, wenn ich es gutheiße die Entwicklung zu unterstützen, ist völlig klar, dass sie deswegen sicher nicht für jeden eine Alternative darstellen können.

Stoffwindeln

Bei dem Gedanken, Stoffwindeln waschen zu müssen, rümpfen die Meisten die Nase, empfinden es als rückschrittlich, eklig und arbeitsintensiv. Aber wenn wir über diese  Alternative nachdenken, merken wir schnell, dass moderne Stoffwindelsysteme durchaus komfortabel in der Anwendung sind. Dank pfiffiger Höschen lassen sie sich ebenso einfach und schnell wechseln, wie die Einwegwindeln.

Auch muss man nicht von Hand schrubben, sondern kann die Windeln in die Waschmaschine geben, wenn man ein sanftes Bio-Waschmittel benutzt. Und wer jetzt dennoch die Nase rümpft, bei dem Gedanken an Kackwindeln (nennen wir die Dinge doch beim Namen), der kann auf einlegbares (wegwerf) Bio-Windelvlies zurückgreifen, dass die Feststoffe auffängt. Dann fällt zwar Müll an, aber deutlich weniger, als bei Einwegwindeln. Klingt also eigentlich gar nicht so schlecht, oder? 

Auch wenn ich zunächst Anschaffungskosten habe, ist die Verwendung von Stoffwindeln auf die gesamte Windelzeit gesehen meist günstiger und die Kinder werden oft früher trocken.

Wenn man Arbeit sparen will, gibt es in den meisten Städten Windeldienste, die die Reinigung der Stoffwindeln übernehmen.

Stoffwindeln und Windelhöschen nähen

Wer keinen Windeldienst in Anspruch nimmt, weitere Kosten sparen will und gerne kreativ ist, der kann selbstverständlich auch selbst Stoffwindeln nähen. Und ganz ehrlich? Sind die nicht auch süß? Nähanleitungen für Stoffwindeln und Windelhöschen findet ihr zum Beispiel hier:

 

Da Stoffwindeln gerne mal etwas voluminöser ausfallen, müssen Hosen natürlich mehr Platz am Popo bieten. Hier empfehle ich dir die Babyhose RAS, die nach dem Freebook von Nähfrosch ganz einfach in kürzester Zeit selbst genäht werden kann! Sie bietet auf jeden Fall ausreichend Platz, um auch Stoffwindelpopos gut zu verpacken.

 

Fazit

Es wird mit einem Baby natürlich mehr Müll anfallen und man wird öfter waschen – so ganz vermeiden lässt es sich nicht, aber es gibt rund um den Wickeltisch so viele Möglichkeiten in die Falle zu tappen oder aber Geldbeutel und Ressourcen zu schonen, dass es sich definitiv lohnt genauer hinzusehen. Jeder so wie er kann und mag. Für mehr Nachhaltigkeit.

Noch mehr Artikel zum Thema Nachhaltigkeit findest du hier!

 

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