So als ambitionierter Hobbynäher fragt man sich irgendwann, geht das noch besser? Oder wie gehts überhaupt, so manche „Nähanleitung“ besteht ja gern mal nur aus 3 Sätzen die einem nix sagen, wenn mans nicht eh schon weiß. Wie näht man denn nun einen Nahtverdeckten Reißverschluss ein wenn es auch ein Futter gibt? In diesem Buch findet man viele einzelne Arbeitsschritte bei Kleidungsstücken Schritt für Schritt mit vielen sehr guten Bildern erklärt. Und die beiden japanischen Autorinnen zeigen alles anhand einer handelsüblichen Nähmaschine! (Wobei das die Verwendung einer Overlock natürlich nicht ausschließt.) Ob Halsausschnitte, Verschlüsse, verschiedene Taschen Arten oder andere „Kleinigkeiten“, jetzt wird einiges klar!

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Das Buch „Schöner Nähen mit Profitechniken“ von den japanischen Autorinnen Naoko Doumeki und Shihoko Makino ist im April 2017 im Stiebner Verlag auf deutsch erschienen. Das Fachbuch enthält zahlreiche einzelne Anleitungen mit vielen Tipps für verschiedene Arbeitsschritte an Kleidungsstücken aus Webwaren und einige wenige Tipps für Strickwaren. Es richtet sich an etwas fortgeschrittene Näher, die ihr Nähen verbessern oder sich an professionelle Techniken wagen wollen. Es enthält auch die Anleitungen und Maße für 6 Kleidungsstücke in je einer Größe, aber ohne fertiges Schnittmuster.

Preis: 24,90 €

Im Buch findet man Profitechniken für die Verarbeitung von Chiffon-Georgette, Baumwollbatist, Seidentaft, Baumwollflanell, Woll-Georgette, Baumwollgabardine, Dicker Denim, Barchent (aufgerauter Wollstoff) also undehnbare Stoffe. Doch die Techniken lassen sich natürlich auch auf andere Stoffarten anwenden. Ein bisschen verwundert hat mich die Empfehlung, 90er Nadeln für die „feinen“ Stoffe wie Chiffon, Taft und Batist zu verwenden, und die anderen Stoffe mit 110er oder 140er Nadeln zu nähen. Also ich benutze eher so 70 – 90er Nadeln, in Ausnahmefällen mal ne 100er für nen dicken Canvas.

Hier findet ihr meine Tipps zum Nähen mit Viskose Webware.

Dank des Buchs weiß ich nun was ein Pfriem ist und schlagartig wurde mir die Redensart „durchpfriemeln“ klar. Das Teil ist quasi eine Ahle, also Schraubenzieher nur spitz am Ende und es wird im Buch als absolutes Multifunktionstool benutzt. Ich benutze das Teil bisher nur um das Loch für einen Snap Druckknopf vor zu bohren. Jedenfalls hält die Dame auf dem Bild den Pfriem stets in der rechten Hand beim nähen an der Maschine und führt bzw. hält den Stoff damit direkt am Nähfuß, das könnte wirklich ein hilfreicher Tipp sein. Ich werde mir das merken! Außerdem benutzt man den Pfriem für das Anzeichnen z.B. von Abnäherspitzen.

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Ob verschiedene Halsausschnitte (z.B. Belege, Eingefasst, mit Futter), Hemdkragen, Verschlüsse, Knopfleisten, Schlitze, Nahtverdeckte Reißverschlüsse in verschiedenen Variationen, Taschen (aufgesetzte Formen, Nahttaschen in französischer Naht oder normal, Paspeltaschen mit oder ohne Knopf, Ärmelvariationen, Falten legen, hier kann man wirklich was lernen. Auch unterschiedliche Nahttechniken wie französische Naht oder Kappnaht werden erklärt. Jede Anleitung ist mit wirklich vielen (guten!) Bildern versehen, die jeden Arbeitsschritt verdeutlichen.

Zum Ende hin gibt es auch noch ein paar Grundlagen zum Nähen von Strickstoffen wie Jersey, Rippenstrick (Bündchen?) und Glattstrick (Feinstrick?). Ja, die Stoffartenbezeichnungen liesen mich erst mal ein bisschen ratlos zurück, aber ich glaube ich habe es entschlüsselt. Man lernt ja immer mal neue/andere Bezeichnungen kennen. Es gibt ein paar Tipps, wie z.B. dass man kein normales Garn sondern Bauschgarn verwenden soll. Ähm ja. Finde ich persönlich nicht. Ausserdem soll man den Stoff glatt hinlegen beim nähen mit der normalen Maschine und ein Stück Karton auflegen. Ähm, nee. Wenn da unter dem Nähfüßchen Karton auf einer Seite neben der Nadel liegt, werden die Stiche vielleicht doch etwas locker oder? Außerdem wird das Versäubern empfohlen. Joa, braucht man bei Jersey z.B. nicht zwingend. Der Tipp mit den Nähmaschinennadeln mit abgerundeter Spitze, dem stimme ich zu, die heißen Jersey Nadel oder Ballpoint Nadel. Dass man den Nähfußdruck herunter regeln kann um ein besseres Nahtbild ohne Wellen zu bekommen, wird nicht erwähnt. Auch wird trotz des Beschreibens vieler Füßchen ein Obertransportfuß nicht erwähnt. Gut, es ist auch kein Buch für dehnbare Stoffe, sondern nur ein Zusatzkapitel.

Ganz hinten findet man noch die Anleitungen für 6 Kleidungsstücke wie z.B. eine eingereihte Bluse oder ein Kleid mit Rippenstrick Einsatz in der Taille. Es gibt keine Schnittmuster dazu, nur eine Zeichnung mit Maßen, anhand derer man sich den Schnitt selbst zeichnen muss. Jeden Schnitt gibt es deshalb auch nur in einer Größe, die mit Brust-, Taillen- und Hüftmaß angegeben wird.

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