5 Wege wie du den Hintergrund unscharf machst

Unscharfer-Hintergrund

Lernziele dieser Lektion

  • Faktoren für Unschärfe im Hintergrund verstehen
  • Was du machen musst um einen unscharfen Hintergrund auf deinen Fotos zu erhalten

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Wieso sind alle meine Bilder von vorne bis hinten scharf?

Die meisten, die mit dem Fotografieren gerade anfangen kennen das. Man hat sich endlich eine DSLR oder spiegellose Kamera gekauft und möchte professionell aussehende Fotos mit unscharfem Hintergrund machen, aber irgendwie klappt das dann doch nicht so und die Handyfotos sehen teilweise sogar besser aus. Woran liegt das?

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5 Faktoren für Unschärfe im Hintergrund

Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Unschärfe zu kreieren und sie hängt von vier Faktoren ab:

  • Blende
  • Brennweite
  • Abstand zum Motiv
  • Abstand zum Hintergrund
  • Sensorgröße

In diesem Artikel möchte ihr dir daher 5 Tipps geben, wie du einen schönen unscharfen Hintergrund auf deinen Fotos hinbekommst.

#1 Die Blende

Wenn man in ein Objektiv von vorne reinschaut, sieht man, dass schwarze Lamellen die Öffnung kreisförmig bedecken. Das ist die sogenannte Blende.

Blende und Blendenlamellen

Die Blendenöffnung und Blendenlamellen: Blende öffnen für einen unscharfen Hintergrund!

Was bewirkt die Blende?

Mit der Blende kann man regulieren, wieviel Licht man auf den Bildsensor lässt. Ist sie weit offen, wird viel Licht durchgelassen, ist sie geschlossener kommt weniger Licht durch. Neben dieser Funktion gibt es noch eine ganz wichtige Eigenschaft die damit verbunden ist. Denn je offener, desto unschärfer der Hintergrund. D.h. eigentlich ja ganz einfach, ich mache die Blende ganz weit auf und zack, ist der Hintergrund unscharf. Das stimmt auch so, nur leider lässt nicht jedes Objektiv eine so große Blendenöffnung zu, als dass es richtig unscharf wird. Entscheidend ist die Blendenzahl. Schaut ihr auf euer Objektiv seht ihr diese angegeben. Bei Objektiven mit Festbrennweiten z.B. so: f/1.4 (manchmal wird das auch so geschrieben: 1:1.4 oder F1.4 – bedeutet aber alles das gleiche). Bei Zooms auch häufiger so: f/3.5-5.6.

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Was haben diese Zahlen nun zu bedeuten?

Je kleiner diese Zahl ist, desto weiter kann die Blende geöffnet werden, also genau andersherum wie man vermuten mag. Wenn auf dem Objektiv zwei Zahlen stehen heißt dies zum einen, es ist ein Zoomobjektiv (wusstet ihr wahrscheinlich schon vorher ;) und die erste Zahl gibt die maximale Blendenöffnung bei komplett eingefahrenem Objektiv an und die zweite Zahl die maximale Blendenöffnung bei komplett ausgefahrenem Objektiv. Richtig, die Blendenöffnung verändert sich bei Zoomobjektiven mit dem Ein- und Ausfahren des Objektivs. Jedoch nicht bei jedem Zoom. Qualitativ hochwertige Zooms haben eine konstante maximale Blendenöffnung, und dann steht da wie bei Festbrennweiten nur eine Zahl, z.b. f/2.8. Objektive mit kleiner Blendenzahl nennt man auch lichtstarke Objektive.

Merke: Je größer die Blendenöffnung, also je kleiner die Zahl nach dem f, desto unschärfer der Hintergrund.

Hier seht ihr zwei Bilder mit gleicher Brennweite (85mm) und unterschiedlicher Blende. Das erste ist mit f/1.4, das zweite mit f/4.0 aufgenommen. Das erste Bild ist im Hintergrund ein wenig weicher.

Sigma 85mm f/1.4

Sigma 85mm f/1.4 bei f/1.4: Offene Blende bewirkt einen unschärferen Hintergrund.

Sigma 85mm f/1.4

Sigma 85mm f/1.4 bei f/4: Geschlossenere Blende bewirkt einen schärferen Hintergrund.

Tipp #1 für einen unscharfen Hintergrund: 

Öffne die Blende!

Möchtest du mehr über die Blende erfahren? Dann lies dir diesen Artikel durch!

Möchtest du mehr über das Bokeh erfahren? Dann lies dir diesen Artikel durch!

#2 Die Brennweite

Eine weitere Möglichkeit die Unschärfe zu beeinflussen geht über die Brennweite. Benutze ich eine lange Brennweite z.B. ab 85mm, 135mm, 200mm, so wird der Hintergrund immer unschärfer. Die Sportfotografen mit den riesigen Objektiven können also die Sportler sehr gut vor unscharfem Hintergrund ablichten.

Merke: Je länger die Brennweite, also je größer die Millimeter Zahl, desto unschärfer der Hintergrund.

Hier seht ihr drei Bilder. Das erste ist mit einer Brennweite von 17mm aufgenommen, das zweite mit 85mm und das dritte mit 200mm. Der Hintergrund wird immer unschärfer, je länger die Brennweite ist. Es ist auch noch eine weitere Eigenschaft von unterschiedlichen Brennweiten zu erkennen, die Kompression. Katja hat bei keinem Bild die Position verändert, jedoch sieht es danach aus; achtet mal auf die dunkelgrünen Bäume links von Katja, wie stark sie näher zu scheinen kommen und im letzten Bild sogar ganz verschwinden. Dazu findet ihr hier mehr.

Weitwinkel 17mm

17mm: Canon 17-40mm f/4: Mit einem Weitwinkel ist fast alles scharf im Hintergrund.

85mm Feld

85mm: Sigma 85mm f/1.4: Mit einem Portrait-Objektiv ist der Hintergrund unscharf.

Teleobjektiv 200mm

200mm: Tamron 70-200mm f/2.8: Mit einer sehr langen Brennweite machst du den Hintergrund richtig unscharf.

Tipp #2 für einen unscharfen Hintergrund: 

Wähle eine lange Brennweite!

Möchtest du mehr über die Brennweite und die Kompression wissen? Dann lies dir diesen Artikel durch!

Möchtest du mehr über die Festbrennweiten vs. Zoom-Objektive erfahren? Dann lies dir diesen Artikel durch!

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„Welche Kamera soll ich mir kaufen?“. Dies ist eine der häufigsten Fragen, die wir gestellt bekommen. Deshalb findest du hier einen ausführlichen Ratgeber zur Wahl der „richtigen Kamera“ und zwar für deinen Einsatzzweck!

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#3 Abstand zum Motiv

Was macht man nun, wenn man kein lichtstarkes Objektiv besitzt und auch keine lange Brennweite? Man geht einfach näher an das Motiv ran. Ihr werdet merken, auch das beeinflusst die Unschärfe im Hintergrund.

Merke: Je geringer der Abstand zum Motiv, also je näher du dran bist, desto unschärfer der Hintergrund.

Bei beiden Bildern ist die Brennweite und die Blende gleich geblieben (17mm und f/4.0), lediglich ich bin näher an Katja rangegangen, wirklich sehr nah ran ;) Die Unschärfe im Hintergrund ist trotz kleiner Brennweite und nicht ganz geöffneter Blende nur durch das Näherkommen größer geworden.

Weitwinkel 17mm

17mm: Canon 17-40mm f/4: Ein großer Abstand zum Motiv ergibt einen scharfen Hintergrund.

Ultraweitwinkel 17 mm

17mm: Canon 17-40mm f/4: Trotz Weitwinkels bewirkt ein geringer Abstand zum Motiv einen unscharfen Hintergrund.

Tipp #3 für einen unscharfen Hintergrund: 

Verringere deinen Abstand zum Motiv!

#4 Abstand des Motivs zum Hintergrund

Aber nicht nur der Abstand zum Motiv ist entscheidend für einen unscharfen Hintergrund. Auch der Abstand des Motivs vom Hintergrund ist wichtig. Denn wenn der Hintergrund und das Motiv quasi fast auf einer Ebene sind und somit kein Abstand dazwischen ist, dann ist beides ungefähr gleich scharf. Vergrößert man jedoch den Abstand des Motivs vom Hintergrund, so wird der Hintergrund unschärfer.

Merke: Je größer der Abstand des Hintergrunds zum Motiv, desto unschärfer der Hintergrund.

Tipp #4 für einen unscharfen Hintergrund: 

Vergrößere den Abstand des Motivs zum Hintergrund!

#5 Bildsensorgröße

Ja auch die Bildsensorgröße spielt bei der Unschärfe eine Rolle.

Allerdings ist die Erläuterung hierfür ein wenig komplizierter, daher beschränke ich mich auf das Wesentliche:

Was ihr wissen müsst ist, dass wenn ihr eine Kamera mit Vollformatsensor und eine mit APS-C Sensor habt und den gleichen Abstand zum Objekt einhalten wollt und genau denselben Bildausschnitt auf dem Foto haben wollt, dann müsst ihr unterschiedliche Brennweiten auf beiden Kameras nutzen. Aufgrund der Sensorgröße ist nämlich der Bildausschnitt bei Vollformat und APS-C mit gleicher Brennweite (z.B. beide 50mm) unterschiedlich. Wenn ihr also den gleichen Bildausschnitt haben möchtet und die Position zum Objekt gleich bleibt, und ihr ein 50mm Objektiv bei einer Vollformatkamera nehmt, dann müsstet ihr auf der APS-C Kamera rechnerisch ein 31mm Objektiv nehmen. Und wenn ihr dann die Unschärfe vergleicht werdet ihr feststellen, dass diese bei Vollformat größer ist, geschuldet dem Umstand, dass ihr bei der APS-C Kamera eine kleinere Brennweite nehmen musstet um den gleichen Bildausschnitt bei identischer Distanz zum Objekt zu erhalten.

Puh, das war viel Fach-Chinesisch! Alles verstanden? Wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Merkt euch einfach Folgendes:

Merke: Je größer der Bildsensor, desto unschärfer der Hintergrund bei gleichem Bildausschnitt und unveränderter Position.

Zugegeben, eine neue Kamera mit größerem Bildsensor wäre wirklich schon eine große Investition und steht bei meinen Tipps daher auch an letzter Stelle.

Tipp #5 für einen unscharfen Hintergrund: 

Benutze eine Kamera mit größerem Bildsensor!

Fazit

Was heißt das alles nun für dich wenn du Unschärfe im Hintergrund haben möchtest? Die größte Blendenöffnung einstellen, die längste Brennweite nehmen, nah an das Motiv gehen, (und eine Kamera mit großem Bildsensor kaufen ;). Dann hast du den unschärfsten Hintergrund den du dir vorstellen kannst ;)

Hier findest du alle meine Artikel über die Fotografie!

Unscharfer Hintergrund Fotografieren 5 Wege

Infografik: Wie mache ich den Hintergrund unscharf?

Objektive in diesem Artikel

Ich verlinke euch im Folgenden alle Objektive, die in diesem Artikel vorgekommen sind und die ich selbst genutzt habe. Ich erwähne nur Objektive, die ich selbst getestet habe und die ich vollkommen weiterempfehlen kann! Tendenziell ist es natürlich so, dass die teureren Objektive auch mehr bieten – sei es mehr Schärfe oder einen schnelleren Autofokus. Aber was die Bildqualität anbelangt, können auch die günstigen Objektive mit den teuren mithalten. Zumindest die hier genannten ;)

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